  Linux UUCP HOWTO
  Hendrik Scholz (hendrik@scholz.net)
  v1.3.3, 28. Juli 2000

  Dieser Text erklrt die Funktionsweise und Konfiguration von Taylor-
  UUCP.  Er soll die Installation eines UUCP-Feeds fr News und Mail
  erleichtern.


  1.  Einleitung

  1.1.  Neue Versionen dieses Dokuments


  Die jeweils neuste Version dieser HOWTO ist auf dem WWW Server des
  Deutschen Linux HOWTO Projekts unter folgender Adresse zu finden:


       http://www.tu-harburg.de/dlhp/



  1.2.  Feedback


  Wenn Sie irgendwelche Fragen oder Kommentare zu diesem Dokument haben,
  erreichen Sie mich unter den folgenden Adressen:


    Internet: hendrik@scholz.net

    Zerberus: hscholz@KRISKI.ZER

    AMPRNet: dg2ls@db0fho.ampr.org

    Homepage: http://www.toppoint.de/~hscholz


    Snail-Mail:

       Hendrik Scholz
       Elsa-Brandstrm-Str. 9
       D-24223 Raisdorf



  1.3.  Copyright


  Dieses Dokument ist urheberrechtlich geschtzt. Das Copyright liegt
  bei Hendrik Scholz.

  Das Dokument darf gem der GNU General Public License verbreitet
  werden. Insbesondere bedeutet dieses, da der Text sowohl ber
  elektronische wie auch physikalische Medien ohne die Zahlung von
  Lizenzgebhren verbreitet werden darf, solange dieser Copyright-
  Hinweis nicht entfernt wird. Eine kommerzielle Verbreitung ist erlaubt
  und ausdrcklich erwnscht. Bei einer Publikation in Papierform ist
  das Deutsche Linux HOWTO Projekt hierber zu informieren.



  1.4.


  Weiterfhrende Seiten

  Da ich nicht alles auswendig kann, mu auch ich irgendwo nachgucken
  ;-).  Hier finden Sie Verweise, wo Sie weiterfhrende Dokumente
  finden:

     UUCP-Newsgruppe
        de.comm.uucp


     Homepage von Ian Lance Taylor
        http://www.cygnus.com/~ian/


     Taylor-UUCP-Mail-News-FAQ
        http://www.pingnet.de/~poc/uucp-mail-news-faq.html


     Hendriks Toppointseiten
        http://www.toppoint.de/~hscholz


     Martin Neumanns UUCP-Anbieter Liste
        http://www.mne.de/uucp/


  1.5.  Dank

  Dank geht an viele Personen, die mir geholfen haben:


    NetUSE Datenkommunikations GmbH (bei der ich arbeite)

    Toppoint e.V. (wo ich nebenbei den Newsserver betreue)

    dbTec (dort habe ich geholfen meinen ersten UUCP-Server zu
     installieren :))


    Calle (der mich zu News/UUCP gebracht hat Willst Du das nicht
     machen?)

    einzelne Personen aus Kiel und Umgebung

    diverse Personen, die Fragen gestellt und emails mit Kritik
     geschickt haben


  2.

  Was ist UUCP?

  Hier wird erklrt, was UUCP ist und wo es benutzt wird.  UUCP wurde in
  den spten 70er Jahren an den AT&T-Bell-Laboratories entwickelt, um
  einen einfachen Austausch von Mail und News ber Telefonleitungen zu
  ermglichen.



  2.1.

  HDB-UUCP

  HDB-UUCP (Honey-Dan-Ber-UUCP) wurde 1983 entwickelt.  Der Name ist aus
  den Namen der Programmierer P.  Honeyman, D.A. Novitz und B.E. Redman
  entstanden.  Im Gegensatz zum bekannten UUCP sind neue Protokolle
  hinzugekommen. Es wird heute eigentlich nicht mehr benutzt.


  2.2.

  Taylor-UUCP

  Taylor-UUCP hat seinen Namen vom Programmierer Ian Lance Taylor.
  Taylor-UUCP wurde ab 1993 (Version 1.03) sehr beliebt und ist heute
  der Standard fr UUCP.


  2.3.  Anwendungen

  UUCP heit Unix-to-Unix-CoPy. Es ermglicht das Kopieren von Dateien
  (Mail, News und Daten) zwischen verschiedenen Rechnern.  Es wird heute
  nur noch fr den Transport von Mail und News ber DialUp-Leitungen
  benutzt, da es durch Kompression sehr effektiv ist.


  3.

  Voraussetzungen

  Sie knnen leider nicht immer UUCP benutzen. Da UUCP bei Ihrem
  Provider einigen Konfigurations- und Wartungsaufwand erfordert, bieten
  nicht alle ISPs (Internet Service Provider) UUCP an.


  3.1.  Voraussetzungen bei Ihrem Provider

  Wie ich oben schon geschrieben habe, mu Ihr Provider UUCP
  untersttzen.  Um herauszufinden, ob Ihr Provider UUCP erlaubt, knnen
  Sie Ihren Provider in den unten aufgefhrten Providern suchen oder
  Ihrem Provider eine EMail schicken und fragen, ob Sie UUCP benutzen
  drfen.

  Wenn Ihr Provider UUCP untersttzt, sammeln Sie bitte die folgenden
  Daten, da Sie diese spter bentigen:
     Login
        Ihr Loginname fr UUCP. Der Loginname entspricht Ihrem
        Rechnernamen. Ihre EMails werden an user@login.provider.de
        weitergeleitet.


     Pawort
        Ihr Pawort beim Provider.


     Systemname
        Der Name des Rechners, den Sie anrufen.


     Telefonnummer
        Die Telefonnummer Ihres Providers, bei der Sie pollen knnen.
        Diese Nummer ist meistens nicht die gleiche Nummer wie die fr
        PPP.


  3.2.



  Provider, die UUCP erlauben



    alle Provider des des Individual Networks:
     http://www.individual.net

    Universitten haben teilweise einen UUCP-Rechner. Wenn Sie
     studieren, bitten Sie Ihren Systemadministrator einfach darum,
     Ihnen eine Site einzurichten.

    http://www.netzservice.de (Kiel)

    http://www.han.de (Hannover)

    http://www.rhein.de (Bonn)

    http://www.inka.de (Karlsruhe)

     Eine Liste mit vielen UUCP-Providern sollten Sie hier finden:


       http://www.mne.de/uucp/


  Kennen Sie weitere Provider, die UUCP erlauben? Erlaubt Ihr Provider
  UUCP?  Schicken Sie mir bitte eine EMail.


  3.3.  Provider, die kein UUCP erlauben

  Die folgenden Provider erlauben kein UUCP. Dieses sind oft groe
  Onlinedienste, fr die UUCP oft zuviel Aufwand bedeutet.

    T-Online

    AOL

    Compuserve

     Kennen Sie mehr Provider, die kein UUCP erlauben? Erlaubt Ihr
     Provider kein UUCP? Schicken Sie mir bitte eine EMail.

  3.4.  Voraussetzungen auf Ihrer Seite

  Ihr Rechner mu einige Bedingungen erfllen, damit UUCP einfach und
  schnell installiert werden kann:

    Linux mit Modem-/ISDN-Support mu installiert sein.

    Sie mssen root-Rechte haben, so da Sie das gesamte System
     konfigurieren knnen.

    Sie bentigen ein Modem, einen externen ISDN-Terminal-Adapter oder
     eine ISDN-Karte, um eine Verbindung zu Ihrem Provider aufzubauen.

    Sie sollten ein wenig Ahnung von Linux haben ;-).

     Wenn alle diese Voraussetzungen erfllt sind, knnen Sie mit bestem
     Gewissen weiterlesen.


  4.

  Taylor-UUCP installieren

  Die Installation habe ich in mehrere Teile eingeteilt, die vom
  Zeitaufwand sehr unterschiedlich sind.


  4.1.  Haben Sie schon UUCP?

  Viele Distributionen enthalten bereits fertige Pakete, die die
  Installation von UUCP erleichtern. Bei SuSE-Distributionen finden Sie
  die UUCP-Dateien mit YaST in der Serie n. Es ist empfehlenswert, die
  UUCP-Beispieldateien mitzuinstallieren, da Sie so Zeit beim Abtippen
  sparen.

  Bei Redhat und SuSE knnen Sie direkt mit dem Programm rpm
  kontrollieren, ob das UUCP-Paket installiert ist:


       $ rpm -qa | grep -i uucp
       uucp-1.0.6-1




  So oder hnlich sollte die Ausgabe aussehen. Wenn die Ausgabe leer
  ist, dann ist das Paket nicht installiert.

  Debian erleichtert die Installation sehr:



       $ dpkg -l | grep uucp
       ii  uucp           1.06.1-11      Unix to Unix Copy Program




  Wie man sieht, ist das Paket bereits installiert.  Falls es nicht
  installiert ist, knnen Sie es gleich installieren:


       $ apt-get install uucp



  Nach kurzer Zeit sollte der Download fertig und das Paket konfiguriert
  sein.


  4.2.

  Paket runterladen

  Zuerst bentigen Sie natrlich die Quellen zum UUCP-Paket, um
  berhaupt etwas installieren zu knnen.  Ich habe folgendes Paket
  verwendet:

       ftp.funet.fi:/pub/unix/networking/taylor/uucp-1.06.1.tar.gz



  Die aktuellen Versionen finden Sie im Verzeichnis

       ftp.funet.fi:/pub/unix/networking/taylor/

  auf dem Server.


  4.3.

  Paket kompilieren

  Um die Daten zu kompilieren, mssen Sie nicht als root eingeloggt
  sein.  Lesen Sie sich zur Installation die README-Datei aus dem Paket
  durch.

     Paket entpacken
        $ tar xfvz uucp-1.06.1.tar.gz

        Das Archiv mit dem gepackten Sourcecode mu entpackt werden.


     Konfiguration
        $ cd uucp-1.06.1; ./configure

        Zuerst wechseln wir in das richtige Verzeichnis ;-).  Das
        configure dauert eine Weile, Sie sollten viele Zeilen
        vorbeiscrollen sehen.  Bei diesem Vorgang sollte es keine Fehler
        geben, da nur geprft wird, ob bestimmte Dinge vorhanden sind.


     Kompilieren
        $ make

        Nun wird es ernst. Das eigentliche Kompilieren dauert je nach
        System ein paar Minuten. Hier sollten keine Fehler auftreten, da
        Ihnen sonst spter einige Programme fehlen.  Wenn es Fehler
        gibt, sollten Sie jemanden fragen, der sich damit auskennt. Am
        besten fragen Sie in einer der Linux-Newsgruppen. Bitte haben
        Sie Verstndnis, da ich bei solchen Problemen nicht helfen
        kann.  Wenn Sie die Fehler nicht beheben konnten, knnen Sie
        vorgefertigte Binaries nehmen.



  4.4.  Paket installieren

  Wenn sich alles ohne Probleme kompilieren lie, knnen Sie die neuen
  Programme in die Systemverzeichnisse kopieren lassen. Fhren Sie dazu
  den folgenden Befehl aus:

       $ make install



  5.  Pfade bei verschiedenen Distributionen

  Obwohl es einige Standards bei Unicen gibt, befinden sich die Dateien
  nicht berall in den gleichen Verzeichnissen.


  5.1.  Debian

  Konfigurationsdateien: /etc/uucp/
  Binaries: /usr/sbin/
  Logdateien: /var/log/uucp
  rmail: /usr/sbin/
  rnews: /usr/bin/

  Bei Debian knnen Sie mit dem folgenden Befehl sehen, wo die
  angesprochenen Dateien und die Dokumentation liegen.

       $ dpkg -L uucp



  5.2.  RedHat

  Konfigurationsdateien: /etc/uucp/
  Binaries: /usr/sbin/
  Logdateien: /var/spool/uucp/
  rmail: /usr/bin/
  rnews: /usr/bin/

  Bei RedHat knnen Sie mit dem folgenden Befehl sehen, wo die
  angesprochenen Dateien und die Dokumentation liegen.

       $ rpm -ql ` rpm -qa | grep ^uucp`



  5.3.  SuSE (ab 6.0)

  Konfigurationsdateien: /etc/uucp/
  Binaries: /usr/sbin/
  Logdateien: /var/spool/uucp/
  rmail: /usr/bin/
  rnews: /usr/bin/

  Bei SuSE knnen Sie mit dem folgenden Befehl sehen, wo die
  angesprochenen Dateien und die Dokumentation liegen.

       $ rpm -ql ` rpm -qa | grep ^uucp`



  5.4.  SuSE (vor 6.0)

  Konfigurationsdateien: /var/lib/uucp/taylor_config/
  Binaries: /usr/sbin/
  Logdateien: /var/spool/uucp/
  rmail: /usr/bin/
  rnews: /usr/bin/

  Bei SuSE knnen Sie mit dem folgenden Befehl sehen, wo die
  angesprochenen Dateien und die Dokumentation liegen.

  $ rpm -ql ` rpm -qa | grep ^uucp`




  5.5.  Andere Distributionen

  Alte Slackware-Distributionen hatten Ihre Konfigurationsdateien,
  wahrscheinlich als Vorbild fr SuSE, in /var/lib/uucp/taylor_config.
  Bei Delix 5.4 und FreeBSD liegen die Dateien dort, wo sie hingehren:
  /etc/uucp.

  Falls Sie die Dateien nicht finden, sollten Sie mit dem Shell-Befehlen
  find und locate die Dateien suchen.

  Bei einem selbstcompilieren UUCP-Paket befinden sich die
  Konfigurationsdateien normalerweise in /usr/conf/uucp.


  6.  UUCP konfigurieren

  Nun mu UUCP konfiguriert werden. Viele Schritte sind gleich, egal ob
  Sie ein Modem oder eine ISDN-Karte benutzen. Auch wenn Sie kein ISDN
  besitzen, knnen Sie die ISDN-Eintrge in Ihren Dateien behalten, da
  diese nicht stren.

  Wechseln Sie in das Verzeichnis, in dem Ihre Konfigurationsdateien
  sind, und schauen Sie sich mit

       ls -l

  das Verzeichnis an. Es sollte schon die unten aufgefhrten Dateien
  enthalten. Wenn dieses nicht der Fall ist, so ist dies nicht so
  schlimm.

  Sie haben doch hoffentlich das vorherige Kaptiel gelesen und wissen
  nun, wo die Dateien liegen.



       $ ls -l /etc/uucp/
       total 7
       -r--r-----   1 uucp    uucp        160 Jun 14 21:20 call
       -rw-r-----   1 uucp    uucp         91 Jun 14 21:20 config
       -rw-r-----   1 uucp    uucp        724 Jun 14 21:20 dial
       -rw-r--r--   1 uucp    uucp        162 Jul 16 11:48 port
       -rw-r--r--   1 uucp    uucp       2933 Jul  7 06:30 sys





  6.1.  Namensgebung

  Um spter Konflikte zu vermeiden, geben wir den Rechnern eindeutige
  Namen.  tpki ist der UUCP-Server meines Providers. perikles ist mein
  UUCP-Client. Das Pawort in den Beispielen ist asecret.  Am besten
  notieren Sie sich die Namen Ihrer eigenen Site und der des UUCP-
  Servers Ihres Providers neben den Beispielnamen, damit Sie wissen,
  welcher Rechner gemeint ist.

  Alle Zeilen, die in den Konfigurationsdateien mit einem Hash (#)
  anfangen, sind Kommentare und mssen nicht mitgeschrieben werden.



  6.2.


  config - Name Ihres Rechners

  In der config-Datei steht der Name Ihres Rechners. Sie haben den Namen
  Ihres Rechners von Ihrem Provider bekommen, falls Sie den Namen nicht
  selbst aussuchen durften.

  Schreiben Sie die folgende Zeile in die config-Datei, wobei Sie
  rechnername durch Ihren Rechnernamen (ohne .provider.de) ersetzen:



       nodename rechnername





  6.3.



  call - Pawortdatei

  Die Datei call enthlt alle Informationen, die fr die Loginprozedur
  bentigt werden.  Der Systemname des Systems (tpki), das Sie anrufen,
  Ihr Loginname (perikles) und Ihr Pawort (asecret) werden durch
  Leerzeichen getrennt.



       # <system> <login> <passwd>
        tpki perikles asecret





  6.4.

  port - Schnittstellen

  Die Datei port definiert die Schnittstellen, ber die UUCP gemacht
  werden kann. bernehmen Sie diese Datei, so wie sie hier steht und
  ndern Sie erst danach die einzelnen Zeilen.



















  # ISDN ber den ersten ISDN-Kanal per Modememulation
  port ttyI0
  device /dev/ttyI0
  speed 115200
  dialer ttyI0

  # UUCP ber eine bestehende TCP-Verbindung
  port uucp-tcp
  type TCP
  service 540

  # UUCP per Modem
  port modem
  device /dev/modem
  speed 38400
  dialer modem




  Eigentlich sollte alles so funktionieren, wie es hier steht.  Es ist
  ntig, da /dev/modem auf den seriellen Anschlu zeigt, an dem das
  Modem angeschlossen ist.


  6.5.

  dial - Modem-Konfiguration

  Diese Datei konfiguriert das Modem und die ISDN-Karte. Sie enthlt
  z.B. den Init-String fr Ihr Modem.  Falls Sie nur UUCP ber TCP
  betreiben mchten, knnen Sie per touch dial eine leere Datei
  erstellen und diesen Abschnitt berspringen, da fr TCP kein Modem und
  keine ISDN-Karte konfiguriert werden mu.

  Zuerst wird die Modem-Konfiguration beschrieben. Wenn Sie kein Modem
  haben, knnen Sie diesen Teil berspringen.

  Die erste Zeile, die mit chat beginnt, enthlt den Init-String fr Ihr
  Modem. Falls Ihr Modem einen speziellen String bentigt, mssen Sie
  diesen dort eintragen. Das \D ist die Telefonnummer, die spter
  gewhlt wird.



       # Modem "modem" konfigurieren
       dialer modem
       chat "" ATZ OK ATDT\D CONNECT
       chat-fail BUSY
       chat-fail NO\sCARRIER
       chat-fail ERROR
       chat-fail NO\sDIALTON
       chat-fail SYSTEM\sSUSPEND
       carrier-wait 60
       dtr-toggle true
       complete \d\d+++\d\dATH\r\c
       abort \d\d+++\d\dATH\r\c




  Die ISDN-Konfiguration erfordert immer eine kleine Anpassung.  Sie
  mssen Ihre MSN (Multiple Subscriber Number) im Init-String angeben.
  In der Beispielkonfiguration ist die MSN 81238. Aber Achtung, die MSN
  ist nicht die komplette Telefonnummer.

       # ISDN-Karte ttyI0 konfigurieren
       dialer ttyI0
       chat "" ATZ OK AT&E81238 OK \d ATD\D CONNECT
       chat-fail BUSY
       chat-fail NO\sCARRIER
       chat-fail ERROR
       chat-fail NO\sDIALTONE
       chat-fail SYSTEM\sSUSPEND
       carrier-wait 60
       dtr-toggle true
       complete \d\d+++\d\dATH\r\c
       abort \d\d+++\d\dATH\r\c





  6.6.

  sys -  die eigentliche Konfiguration

  In dieser Datei mssen Sie je nach Verbindungsart (ISDN, Modem, TCP)
  viele Anpassungen vornehmen.  Der erste Teil setzt nur ein paar
  Variablen, die bei allen Verbindungsarten gleich sind. Hier mssen sie
  nur den Namen des Systems anpassen, das Sie anrufen.  Kopieren Sie
  bitte nur eine Konfiguration (fr Modem, ISDN oder TCP) hinter den
  gleich folgenden allgemeinen Teil.

  Kopieren Sie den folgenden Teil in die Datei sys:



       # Login und Pawort aus der Datei "call" bernehmen
       call-login *
       call-password *
       # ffentliches Spoolverzeichnis
       pubdir /var/spool/uucppublic
       # Timeout nach dem Verbindungsaufbau whrend der
       # Login-Prozedur
       chat-timeout 20
       # UUCP darf immer gemacht werden
       time any
       # UUCP darf alle 600 Sekunden wiederholt werden
       success-wait 600
       # Befehle, die ausgefhrt werden drfen
       # ggf. Pfade anpassen !
       commands rmail rnews
       command-path /usr/lib/news/bin/ /usr/bin /usr/sbin
       # Name des Systems, das Sie anrufen
       system tpki





  6.6.1.


  UUCP per Modem

  Wenn Sie ein Modem oder einen externen ISDN-Terminal-Adapter haben,
  kopieren Sie die folgenden Zeilen hinter die Zeilen, die bereits in
  der Datei sys stehen.

  Anstatt der 0431123123 sollten Sie die Telefonnummer Ihres Providers,
  die Sie bei Ihrer Anmeldung bekommen haben, angeben.
       port modem
       chat ogin: \L word: \P
       protocol ig
       # hier bitte die Telefonnummer anpassen
       phone 0431123123

       protocol-parameter i window             7
       protocol-parameter i packet-size        2048
       protocol-parameter i startup-retries    16
       protocol-parameter i init-retries       8
       protocol-parameter i init-timeout       10
       protocol-parameter i retries            3
       protocol-parameter i timeout            20
       protocol-parameter i garbarge           20000
       protocol-parameter i errors             256
       protocol-parameter i error-decay        8
       protocol-parameter i remote-window      0
       protocol-parameter i remote-packet-size 0
       protocol-parameter i short-packets      true





  6.6.2.


  UUCP per ISDN

  Wenn Sie eine ISDN-Karte haben, kopieren Sie die folgenden Zeilen
  hinter die Zeilen, die bereits in der Datei sys stehen.

  Anstatt der 0431123123 sollten Sie die Telefonnummer Ihres Providers,
  die Sie bei Ihrer Anmeldung bekommen haben, angeben.



       port ttyI0
       chat ogin: \L word: \P
       protocol ig
       # hier bitte die Telefonnummer anpassen
       phone 0431123123

       protocol-parameter i window             7
       protocol-parameter i packet-size        2048
       protocol-parameter i startup-retries    16
       protocol-parameter i init-retries       8
       protocol-parameter i init-timeout       10
       protocol-parameter i retries            3
       protocol-parameter i timeout            20
       protocol-parameter i garbarge           20000
       protocol-parameter i errors             256
       protocol-parameter i error-decay        8
       protocol-parameter i remote-window      0
       protocol-parameter i remote-packet-size 0
       protocol-parameter i short-packets      true






  6.6.3.

  UUCP ber eine bestehende Verbindung

  UUCP ber eine TCP-Verbindung ist relativ leicht zu konfigurieren.
  Nur der Systemname in der address-Zeile mu angepat werden.



       port uucp-tcp
       protocol tig
       # Hier den Systemnamen im Format systemname.provider.de
       # eintragen
       address tpki.toppoint.de
       chat ogin: \L word: \P




  Nun noch ein kleiner Trick:

  Damit UUCP schneller merkt, da es keine Verbindung per TCP bekommt,
  wird der Rechner Ihres Providers in der Datei /etc/hosts eingetragen.
  Wenn UUCP gestartet wird, mu kein Nameserverlookup gemacht werden, um
  den Rechner zu kontaktieren.  Statt dessen wird der Eintrag aus der
  /etc/hosts genutzt.

  So wird es gemacht:

  Pingen Sie den UUCP-Rechner Ihres Providers so an:


       ping system.provider.de




  Sie sollten eine Antwort von dem Rechner bekommen:



       $ ping -c 4 tpki.toppoint.de
       PING tpki.toppoint.de (195.244.243.6): 56 data bytes
       64 bytes from 195.244.243.6: icmp_seq=0 ttl=64 time=23.1 ms
       64 bytes from 195.244.243.6: icmp_seq=1 ttl=64 time=22.9 ms
       64 bytes from 195.244.243.6: icmp_seq=2 ttl=64 time=22.7 ms
       64 bytes from 195.244.243.6: icmp_seq=3 ttl=64 time=22.9 ms

       --- perikles.toppoint.de ping statistics ---
       4 packets transmitted, 4 packets received, 0% packet loss
       round-trip min/avg/max = 22.7/22.9/23.1 ms




  bernehmen Sie die IP-Adresse, hier 195.244.243.6, und tragen Sie
  diese zusammen mit dem Rechnernamen in der /etc/hosts ein:



       # <IP-Adresse> <Rechner.provider.de> <rechner>
       195.244.243.6     tpki.toppoint.de   tpki





  Wenn Sie offline sind und


  ping rechner.provider.de




  eintippen, sollte die folgende Fehlermeldung kommen:



       PING tpki.toppoint.de (195.244.243.6): 56 data bytes
       ping: sendto: Network is unreachable
       ping: wrote tpki.toppoint.de 64 chars, ret=-1





  7.



  UUCP starten

  Wenn Sie das HOWTO von oben durchgegangen sind, ist UUCP bis jetzt
  noch nicht fertig konfiguriert.  Damit es leichter ist, die Fehler zu
  suchen, machen wir erstmal eine Testverbindung und rufen UUCP selbst
  auf.


  7.1.  UUCP von Hand starten

  UUCP wird mit dem Befehl uucico gestartet. uucico und die anderen
  Programme befinden sich in /usr/lib/uucp/.


  7.1.1.  Vorbereitungen

  Um verfolgen zu knnen, was gerade passiert, wenn wir das erste Mal
  pollen, lassen wir uns mit tail die Logdateien anzeigen. Dazu
  erstellen Sie so die Logdateien:


       # touch /var/spool/uucp/Log
       # touch /var/spool/uucp/Debug





  Damit uucico auch in die Dateien schreiben kann, sollten Sie mit


       chown uucp:uucp /var/spool/uucp/*




  den Besitzer dieser Dateien ndern.

  Machen Sie nun ein neues xterm auf oder loggen Sie sich auf einer
  anderen virtuellen Konsole als root ein. Tippen Sie nun folgendes ein:


       tail -f /var/spool/uucp/Log /var/spool/uucp/Debug


  Auf dem Bildschirm sollten schon ein paar Zeilen erscheinen.  Ab jetzt
  werden alle nderungen an den Logdateien angezeigt.


  7.1.2.  uucico aufrufen

  uucico werden beim Start der Systemname der Gegenstelle und der Port
  (Modem, ISDN, TCP) bergeben.  Da nur ein Port in der sys steht oder
  haben Sie etwa doch zwei drin, brauchen wir den Port nicht angeben.
  Den Systemnamen systemname mssen Sie durch den Namen des Systems
  ersetzen, das Sie anrufen mchten. Dieser Name mu mit dem Namen in
  der sys-Datei bereinstimmen.

  So ergibt sich der folgende Befehl zum Starten von UUCP:


       /usr/lib/uucp/uucico -f --debug 7 -s systemname





  7.2.

  UUCP automatisieren

  Wenn alles funktioniert und Sie Ihren Rechner UUCP automatisch nachts
  aufrufen lassen mchten, knnen Sie die crontab als Hilfsmittel
  benutzen.  Tippen Sie als root diesen Befehl ein:


       su - uucp




  Nun sind Sie der Benutzer uucp. Mit


       crontab -e




  knnen Sie die Crontab ndern.  Fgen Sie die folgende Zeile ein,
  damit UUCP einmal abends um 21.30 Uhr aufgerufen wird:



       30 21 * * * /usr/lib/uucp/uucico -f -s systemname




  Wie Sie bestimmt schon erkannt haben, steht die erste Zahl fr die
  Minuten und die zweite fr die Stunden. Die Sternchen stehen fr Tag
  des Monats, Monat und Tag der Woche (0=Sonntag). Wenn Sie mehr ber
  die Mglichkeiten von cron erfahren mchten, lesen Sie bitte mit


       man 5 crontab




  die Dokumentation zu crontab.
  8.  Mail und News konfigurieren

  Die lokalen Mail- und Newsserver mssen noch konfiguriert werden,
  damit Sie die Mglichkeiten von UUCP ausnutzen.  Damit News und Mail
  per UUCP angeliefert werden knnen, ist normalerweise keine
  Konfiguration notwendig. Die Konfiguration beschreibt also, wie Sie
  Sendmail und INN/cnews dazu bringen, UUCP zu nutzen.


  8.1.


  Sendmail

  Wenn Sie einen sendmail-Mailserver installiert haben, ist dieser
  Abschnitt fr Sie interessant.  Wenn Sie sendmail benutzen, sollten
  Sie bei


       telnet localhost 25




  den folgenden Text erhalten:



       Trying 195.244.243.209...
       Connected to Perikles.toppoint.de.
       Escape character is '^]'.
       220 Perikles.toppoint.de ESMTP Sendmail 8.8.8/8.8.8; Fri, 26 Jun 1998 17:26:14 +0200





  8.1.1.  SuSE-Config

  Wenn Sie eine SuSE-Distribution benutzen, knnen Sie einfach per YaST
  Ihren Mailserver fr den UUCP-Betrieb konfigurieren.

  Starten Sie dazu als root yast. Gehen Sie in das Men Administrieren
  des Systems, Netzwerk konfigurieren, Sendmail konfigurieren. Nun
  whlen Sie Benutze UUCP zur Mail-bertragung. Tragen Sie den Namen des
  Systems Ihres Providers ein.


  8.1.2.


  /etc/mail/sendmail.cf

  Wenn Sie keine grafische Oberflche haben oder Sendmail von Hand
  installiert haben, mssen Sie die Konfigurationsdateien selbst
  anpassen.

  Die folgenden Variablen sollten Sie in Ihrer /etc/mail/sendmail.cf-
  Datei anpassen:


       # "Smart" relay host
       # hier mu der Rechnernamen auf der Seite Ihres
       # Providers eintragen werden (hier: tpki)
       DSuucp-dom:tpki

  Manche Distributionen legen die sendmail.cf in /etc/ ab.


  8.1.3.  berprfen, ob die Mails richtig verschickt werden

  Wenn Sie sendmail konfiguriert und neu gestartet haben, sollten Sie
  testweise eine EMail verschicken, um zu verfolgen, ob alles richtig
  konfiguriert ist.


     mailq
        Das Programm mailq zeigt an, welche EMails vom sendmail noch
        bearbeitet werden mssen. Wenn Sie eine EMail geschrieben haben
        und Ihre EMail hier nicht finden knnen, dann ist das kein Grund
        zur Sorge, da Ihr Mailserver die EMail wahrscheinlich schon
        bearbeitet hat.


     /var/log/mail
        Die Datei /var/log/mail enthlt Informationen zu den
        bearbeiteten EMails. Um diese Datei anzuschauen, mssen Sie root
        sein. Sie knnen mit


          tail -f /var/log/mail




     verfolgen, was sich an der Datei ndert.


     /var/spool/uucp/Log
        Diese Logdatei von UUCP verzeichnet alle ein- und ausgehenden
        EMails.  Die genaue Beschreibung finden Sie im Abschnitt ``Wo
        finde ich die Fehlermeldungen''.



  8.2.  Welcher Newsserver ist am besten geeignet?

  Es gibt verschiedene Newsserver, die unterschiedliche Eigenschaften
  haben ;-).


     INN - InterNetNews
        + INN ist weit verbreitet, da der Server sowohl UUCP- als auch
        NNTP-Links ermglicht.
        + INN ist relativ schnell.
        + Das Suchen nach Schlsselwrtern in den News ist mglich.
        - aufwendig zu konfigurieren
        - verbraucht relativ viele Ressourcen

     cnews
        + Leichte Konfiguration
        - nur fr UUCP gedacht
        - keine Suche nach Artikeln mglich

  Suchen Sie sich nun den Server aus, der fr Sie besser geeignet ist.


  8.3.



  INN - InterNetNews
  INN ist ein sehr beliebter News-Server fr Unix-Systeme.  INN ist die
  Abkrzung fr InterNetNews.  Falls Sie eine SuSE-Distribution
  benutzen, finden Sie die Binaries in der Serie n.  Aktuell ist die
  Version 2.2.3. Da viele Distributionen noch ltere Versionen wie z.B.
  1.72 benutzen, gibt es hier eine Beschreibung fr die Konfiguration
  eines INN 1.72 und eines neueren INN (Version 2.2).


  8.4.  INN 1.72

  Die Konfigurationsdateien befinden sich meist in /var/lib/news/ oder
  /etc/news. /usr/local/news ist allerdings auch denkbar, so da Sie
  vielleicht etwas suchen mssen.


  8.4.1.



  send-uucp.cf - Batchparameter

  Mit dieser Datei wird geklrt, wie und wann die News, die Sie
  verschicken, gepackt werden. Das System (tpki) ist der Rechnername
  Ihres Provider.


       # Das Format sieht so aus:
       # sitename<Space>compressor<Space>maxsize<Space>batchtime
       tpki compress 1048576 1-24





  8.4.2.



  newsfeeds - Wer bekommt was?

  In der newsfeeds-Datei wird definiert, welcher Server welche Gruppen
  oder Artikel von Ihrem Server bekommt. Auerdem wird hier definiert,
  welche Artikel Ihr Server annimmt.  Hier ist meine newsfeeds-Datei:



       # ich akzeptiere alles (siehe FAQ-Abschnitt)
       ME:*::
       #
       # interne Verwaltung des Newsservers (default)
       OVERVIEW!:*,!junk,!control*:Tc,WO\
           :/usr/lib/news/bin/overchan
       #
       # mein Newsfeed zu tpki (mein Provider ;-))
       tpki/tpki.toppoint.de,news.toppoint.de\
          :*,!junk,!control,!*local*:Tf,Wnb,B4096/1024




  Die einzige Zeile, die Sie anpassen mssen, ist die letzte Zeile.  Die
  genaue Syntax finden Sie als Kommentar in der newsfeeds-Datei.

  Das Format sieht so aus:


       # systemname/keine_artikel_von_diesem_server\
       #   :zu_verschickende_Artikel:Feed_Typ:Parameter
       tpki/news.toppoint.de:*,!junk,!control,!*local*\
          :Tf,Wnb,B4096/1024
       #
       # ersetzen Sie <system> und <news.provider.de> und Sie
       # haben einen Standardfeed :-)
       # system/news.provider.de:*,!junk,!control\
       #    :Tf,Wnb,B4096/1024




  Erklrung:

  Ich schicke zu tpki meine Artikel aus allen Gruppen auer junk,
  control und local.*. Auerdem schicke ich nicht die Artikel, die von
  news.toppoint.de kommen.


  8.4.3.



  INN neu starten

  Nun ist es an der Zeit, da der News-Server neu gestartet wird, damit
  die nderungen wirksam werden.  berprfen Sie zuerst, ob der Server
  luft:


       $ ps auxwww | grep inn
       hscholz   3795  0.0  0.7   888   336  p1 S    13:43   0:00 grep inn
       news       426  0.0  3.4  2132  1620  ?  S    08:32   0:13 /usr/lib/news/bin/innd -p4 -i0




  Der Server luft in diesem Fall. Der INN-Prozess wird mit dem
  folgenden Befehl gestoppt:


       $ ctlinnd shutdown weg damit


  Das Programm ctlinnd kann auch einzelne Konfigurationsdateien neu
  laden, aber dafr mu man mehr tippen :-).

  Der Server wird ber den Befehl rc.news neu gestartet.  rc.news
  befindet sich bei mir im Verzeichnis /usr/lib/news/. /usr/local/news
  ist ein anderer mglicher Aufenthaltsort. Falls Sie die Datei nicht
  finden, knnen Sie mit dem folgenden Befehl die Datei suchen:



       $ locate rc.news
       /usr/lib/news/bin/rc.news




  In der Datei /var/log/messages und/oder der Datei /var/log/news
  sollten nun einige Nachrichten erscheinen, da der Server gestartet
  wurde:


       Oct 21 14:33:45 perikles innd: SERVER descriptors 256
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: SERVER outgoing 243
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: SERVER ccsetup control:12
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: SERVER lcsetup localconn:14
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: SERVER rcsetup remconn:4
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: think it's a dotquad: 193.174.3.209
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: think it's a dotquad: 193.174.3.210
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: think it's a dotquad: 193.174.3.211
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: think it's a dotquad: 193.174.3.212
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: think it's a dotquad: 193.174.3.213
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: think it's a dotquad: 193.174.3.214
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: think it's a dotquad: 193.174.3.215
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: think it's a dotquad: 192.168.1.11
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: dionysus.toppoint.de opened dionysus.toppoint.de:16:file
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: OVERVIEW! spawned OVERVIEW!:18:proc:4402
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: tpki opened tpki:17:file
       Oct 21 14:33:45 perikles innd: SERVER starting






  8.4.4.  News zusammenpacken

  Der Newsserver mu jetzt noch so konfiguriert werden, da er
  automatisch vor jedem Pollen die Newsbatches zusammenpackt, damit
  diese hochgeladen werden knnen.

  Das Packen fr UUCP erledigt das Programm /usr/lib/news/bin/send-
  uucp.pl. Wenn Sie eine Artikel geschrieben haben und dann


       /usr/lib/news/bin/send-uucp.pl systemname




  ausfhren, wobei Sie systemname durch den Systemnamen Ihres Providers
  ersetzen, sollte eine zustzliche Zeile in der /var/spool/uucp/Log
  erscheinen:



       uux tpki news (1998-06-25 13:00:06.83 535) Queuing rnews (D.00KI)





  8.5.  INN 2.2

  Da selbst SuSE eingesehen hat, da es Standard-Verzeichnisse fr die
  Konfigurationsdateien gibt, werden Sie das Homeverzeichnis des Users
  news und die Konfigurationsdateien des INN wahrscheinlich in /etc/news
  oder (bei selbstcompilierten Versionen) in /usr/local/news/etc finden.


  8.5.1.  Aktuellen INN selbst compilieren

  Die Website des INN finden Sie hier:

       http://www.isc.org/inn.html


  Die Sourcen selbst knnen Sie von der Index-Seite aus herunterladen
  oder direkt per FTP von hier holen:

       ftp.isc.org:/inn/


  Entpacken Sie nun die Sourcen in einem temporren Verzeichnis:


       $ tar xfvz inn-2.2.1.tar.gz


  Wechseln Sie in das Verzeichnis und lesen Sie die Dokumentation in den
  Dateien README und INSTALL.  Fhren Sie nun das ./configure aus.  In
  der Dokumentation haben Sie hoffentlich die Parameter gelesen.  Ich
  benutze meist folgendes:



       $ ./configure --enable-tagged-hash --prefix=/usr/local/news \
         --with-spool-dir=/var/spool/news \
         --with-log-dir=/var/log/news && echo ok




  Gegebenenfalls bentigen Sie noch ein zustzliches --with-
  sendmail=/usr/lib/sendmail.

  Nach kurzer Zeit sollten Sie in der letzten Zeile ein einsames ok
  sehen. Wenn nicht, dann hat das Skript irgendwo einen Fehler gefunden
  und abgebrochen.  Compilieren Sie nun den INN:


       $ make && echo ok


  Wieder einige Minuten spter sollten Sie ein ok in der letzten Zeile
  sehen. Wenn dies dort nicht steht, ist etwas schiefgegangen.
  Installieren Sie den INN mit dem folgenden Befehl:


       $ make install





  8.5.2.  inn.conf

  Die inn.conf ist eine der zentralen Konfigurationsdateien.  Sie finden
  diese im Verzeichnis [PREFIX]/etc. Wenn Sie den INN wie angegeben
  compiliert haben, befindet sich die Datei in
  /usr/local/news/etc/inn.conf. Passen Sie die folgenden Zeilen an:



       # Diese Zeile erscheint im Header jedes Postings
       organisation: noch eine UUCP-Site
       # Der FQDN Ihres Rechners
       server: perikles.toppoint.de
       # Dieser Name taucht im Header in der Path-Zeile auf:
       pathhost: perikles.toppoint.de




  8.5.3.  newsfeeds

  In dieser Datei steht beschrieben, welcher andere Server welche
  Gruppen bekommt.  Es gibt dort viele Beispiele, so da Sie sicher
  schnell herausfinden, wie es funktioniert.  Die folgende Zeile
  konfiguriert einen UUCP-Feed fuer das System tpki:



       # System/Exclude:Gruppen/Distribution:Parameter:
       tpki/tpki.toppoint.de:*,!junk,!control*/*:Tf,Wnb,B4096/1024:




  tpki ist der Name meines UUCP-Partners. Hier tragen Sie nicht Ihren
  eigenen Sitenamen sondern den Ihres Providers ein.  Das
  /tpki.toppoint.de verhindert, das Newsartikel, die schon ein
  tpki.toppoint.de im Pfad haben, nicht an den Server geschickt werden.
  Gucken Sie bitte in einige Newsheader, wenn Sie sich nicht sicher
  sind, was hier stehen mu. Normalerweise ist es news.provider.de.  Sie
  knnen mehrere Servernamen mit Kommas trennen.

  Der String zwischen den ersten beiden Doppelpunkten regelt, welche
  Gruppen an den Server geschickt werden. In diesem Fall wird alles (*),
  auer junk (!junk) und auer den Controlgruppen (!control*) gefeedet.
  Diese Konfiguration ist sehr einfach. Wenn Sie z.B. lokalen
  Newsgruppen haben, die nicht gefeedet werden sollen, tragen Sie hier
  einfach ein !Gruppe ein. Das abschlieende /* bestimmt die
  Distribution. Dieser Parameter wird fast nicht mehr benutzt, so da *
  stehenbleiben kann.


  8.5.4.  nnrp.access

  Wer auf Ihren Server zugreifen darf, wird in dieser Datei geregelt.
  Das Format ist denkbar einfach.  Die ersten drei Zeilen sind zwingend
  notwenig, da sonst das UUCP keine Artikel einliefern darf. In der
  vierten Zeile erlaube ich allen Rechnern der Domain toppoint.de, bei
  mir News zu lesen. Die Rechner aus dem Netz 192.168.9 drfen lesen und
  schreiben:



       stdin:Read Post:::*
       localhost:Read Post:::*
       127.0.0.1:Read Post:::*
       *.toppoint.de:Read:::*
       192.168.9:Read Post:::*




  In der Datei selbst befindet sich eine ausreichende Dokumentation zu
  dem Format.


  8.5.5.  expire.ctl

  Alte News sind uninteressant und knnen gelscht werden. Der INN
  lscht alte Artikel automatisch nach Ihren Vorgaben, die Sie in der
  expire.ctl gemacht haben:




  /remember/:30
  *:A:1:15:never
  de.alt.netdigest:M:1:90:never




  Die erste Zeile ist gleich die Ausnahme :).  Die MSG-IDs der
  eingehenden Artikel werden 30 Tage gehalten. So wird verhindert, da
  ein veralteter Artikel nochmal angenommen wird, weil Ihr Server nicht
  weiss, da er diesen schoneinmal hatte.  Die zweite Zeile legt die
  Haltezeit fr alle Artikel auf 15 Tage fest.  * ist hierbei eine
  Gruppenangabe.  de.alt.netdigest ist die einzige Gruppe, die lnger
  (90 Tage) gehalten wird.


  8.6.  News-Dokumentation

  Wenn Sie mehr ber den Newsserver erfahren mchten, sollten Sie die
  Dokumentation lesen, die bei dem Source-Code dabei ist oder einen
  Blick nach /usr/doc/packages/inn (SuSE) oder /usr/doc/inn2 (Debian)
  riskieren.

  Auf

       http://www.isc.org/inn.html

  finden Sie viele Verweise zu Webseiten rund um INN. Auf

       http://home.snafu.de/laura/urls.html

  verweise ich extra, weil es eine sehr gute Sammlung ist.



  8.6.1.

  News automatisieren

  Wenn Sie das Packen der News automatisieren mchten, knnen Sie einen
  Eintrag in der crontab vornehmen.  Ich lasse meine News jede Stunde
  einmal packen und zustzlich kurz vor dem Ausfhren von UUCP.


     Stndliches News packen
        Bitte kopieren Sie die folgende Zeile in die crontab vom
        Benutzer news:



          0 * * * * /usr/lib/uucp/bin/send-uucp.pl systemname




     Ersetzen Sie systemname durch das UUCP-System Ihres Providers.


     News packen, bevor UUCP ausgefhrt wird
        Damit wirklich alle News per UUCP verschickt werden, die Sie
        geschrieben haben, sollte



          /usr/lib/uucp/bin/send-uucp.pl systemname

     kurz vor dem Pollen ausgefhrt werden.

     Wenn Sie um 21.30 Uhr per crontab des Benutzers root pollen, knnen
     Sie um 21.25 Uhr alle News packen lassen.

     Tragen Sie dazu bitte die folgende Zeile in die crontab vom
     Benutzer news ein:



          25 21 * * * /usr/lib/uucp/bin/send-uucp.pl systemname




     Der systemname mu durch den Namen des UUCP-Rechners Ihres
     Providers ersetzt werden.




  8.7.


  cnews

  Cnews ist ein Newsserver, der von der SuSE-Distribution fr UUCP
  empfohlen wird.  Die Konfiguration des Servers befindet sich unter
  /var/lib/news/.

  Konfigurieren Sie den Server bitte so, da er das lokale Posten und
  Lesen von News ermglicht, anschlieend nehmen Sie die folgenden
  nderungen vor:

  Die Datei /var/lib/news/sys definiert, hnlich der
  /var/lib/news/newsfeeds des INN, die Newsfeeds.  Zuerst kommt der
  obligatorische Eintrag, da wir, der Newsserver, alle ankommenden
  Artikel annehmen. Warum wir alle Artikel annehmen, steht im FAQ-
  Abschnitt. Anschlieend folgt der Eintrag fr den Provider:



       ME:all
       tpki/tpki.toppoint.de:all/all:f:tpki/togo




  Die Datei /var/lib/news/batchlog enthlt die Logdatei zum
  Batchvorgang.  Gestartet wird der Batchvorgang per
  /usr/lib/news/bin/batch/sendbatches.  Je nachdem, wie viele Artikel
  sie posten, sollten Sie mehrmals pro Stunde den Befehl
  /usr/lib/news/bin/input/newsrun ausfhren, um die neuen News
  einzusortieren.  Eine komplette crontab mit einem Eintrag fr
  newsdaily, ein Programm, das ber den Status von cnews wacht, sieht so
  aus:










  # Newsrun alle 10 Minuten
  */10 * * * * /usr/lib/news/bin/input/newsrun
  # oder Newsrun einmal pro Stunde um 5 nach voll
  5 * * * * /usr/lib/news/bin/input/newsrun

  # Newsbatches nach dem Newsrun um 10 nach voll packen
  10  * * * * /usr/lib/news/bin/batch/sendbatches

  # Newsdaily einmal pro Tag in der Nacht um 3.33 Uhr starten
  33 3 * * * /usr/lib/news/bin/maint/newsdaily





  9.


  Fehlermeldungen

  9.1.  Wo finde ich die Fehlermeldungen


  Alle UUCP-Programme schreiben ihre Log-Dateien in das Verzeichnis
  /var/log/uucp oder /var/spool/uucp/.


  9.1.1.

  Debug

  Die Datei Debug enthlt Debugging-Informationen, die whrend der
  Konfiguration ntzlich sein knnen. Wenn Sie UUCP fertig konfiguriert
  haben, sollten Sie alle Debugging-Optionen ausschalten, da die Datei
  sehr schnell sehr gro wird.


  9.1.2.



  Log



  Die Datei Log enthlt allgemeine und vollstndige Informationen zum
  Status von UUCP. Hier wird einfach alles angezeigt:



     Calling system tpki (port ttyI0)
        UUCP versucht einen Verbindungsaufbau ber Port /ttyI0/ (ISDN).


     Login successfull
        Ihr Rechner hat sich in dem anderen System erfolgreich
        eingeloggt.


     Sending rmail user@host.com (D.00xx) (xxx bytes)
        Es wird gerade ein xxx Bytes groes EMail an user@host.com
        verschickt.


     Sending rnews (D.00xx) (xxx bytes)
        Es werden gerade xxx Bytes News hochgeladen.
     Receiving rmail hscholz (xxx bytes)
        Der lokale Benutzer hscholz bekommt gerade eine xxx Bytes groe
        EMail.


     Receiving rnews (xxx bytes)
        Sie bekommen gerade xxx Bytes News.


     Call complete (xx seconds xxxxxx bytes xxxx bps)
        Sie haben fertig gepollt. UUCP hat die Verbindung wieder
        abgebaut.  Der ganze Vorgang hat xx Sekunden gedauert und es
        wurden xxxxxx Bytes mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit
        von xxxx Bits/s bertragen.


     Executing X.tpkixxxx (rmail hscholz)
        Es wird eine EMail, die vom System tpki fr hscholz gekommen
        ist, einsortiert.


     Executing X.tpkixxxx (rnews)
        News, die Sie gerade bekommen haben, werden lokal einsortiert.


     Queuing rmail user@host.com (D.00xx)
        Eine EMail fr den User user@host.com wird fr das nchste
        Pollen bereitgestellt.


     Queuing rnews (D.00xx)
        Sie haben Newsartikel geschrieben, die an das UUCP-System
        weitergereicht werden sollen.


  9.1.3.



  Stats

  Diese Datei zeigt an, welche Daten uucico mit welcher Gre und
  Geschwindigkeit auf welchem Port empfangen hat.  Meiner Meinung nach
  gibt die Datei Log bessere Informationen.


  9.1.4.  uustat

  uustat ist ein kleines Programm, das anzeigt, welche Daten sich gerade
  in der UUCP-Queue befinden.  Mit



       uustat --help





  bekommen Sie eine Auflistung aller mglichen Kommandooptionen.
  Besonders interessant ist uustat -a, um alle Daten in der Queue
  anzuzeigen.  Mit uustat -i knnen gezielt EMails gelscht werden.




  9.2.  ERROR: Chat script failed: Got "BUSY"

  Diese Fehlermeldung taucht beim Verbindungsaufbau auf.  Wahrscheinlich
  hat jemand anderes eine Verbindung zum UUCP-Server.  Versuchen Sie es
  spter oder benutzen Sie eine andere Telefonnummer.

  Wenn dieser Fehler beim ersten Pollen auftritt, kann es sein, da
  Sie eine falsche Telefonnummer angegeben haben. berprfen Sie Ihren
  Eintrag in der sys-Datei.


  9.3.  ERROR: Chat script failed: "NO\sDIALTONE"

  Sind alle Gerte (PC, Modem/ISDN-Karte, Telefondose) richtig
  miteinander verbunden?


  9.4.  ERROR: connect: Network is unreachable

  Diese Fehlermeldung bekommen Sie, wenn Sie UUCP ber TCP benutzen.
  Wenn keine Verbindung besteht, wenn UUCP gestartet wird, kann die
  Gegenstelle nicht erreicht werden. Normalerweise sollte jetzt per
  alternate-Kommando eine Verbindung per DialUp versucht werden.


  9.5.  ERROR: Can't disable hardware flow control: I/O error

  Diese Fehlermeldung ist sehr allgemein und macht meiner Meinung nach
  keine Aussage ber den wirklichen Fehler. Bei mir tritt dieser Fehler
  auf, wenn die Login-Prozedur z.B. wegen eines falschen Pawortes
  hngen bleibt. berprfen Sie in der sys-Datei Ihren Loginnamen und
  Ihr Pawort. Wenn Sie keinen Fehler finden knnen, starten Sie uucico
  mit dem zustzlichen Parameter --debug 7.  Mit dem Befehl

       tail -f /var/spool/uucp/Log /var/spool/uucp/Debug


  knnen Sie nun verfolgen, ob es Probleme beim Login gibt.  Wenn uucico
  in der Debug-Datei mit einer Zeile stehen bleibt, in der etwas wie
  z.B. host:  steht, mssen Sie Ihr Chat-Skript aus der sys-Datei
  anpassen.

  Probieren Sie mal den folgenden String, wobei Sie laforge durch den
  Systemnamen Ihres Providers ersetzen:



       chat ost: laforge ogin: \L word: \P





  9.6.  ERROR: Got termination signal

  Sie haben uucico gestoppt. Dies kann z.B. per


       killall -9 uucico



  gemacht werden.  Da UUCP nicht richtig beendet wurde, existieren noch
  LOCK-Dateien. Diese knnen Sie als root per


  rm /var/lock/LCK..systemname



  lschen.


  9.7.  ERROR: Stale lock /var/lock/LCK..systemname held by process xxxx
  created 1998-xx-xx xx:xx:xx

  UUCP wurde nicht richtig beendet und LOCK-Dateien wurden nicht
  gelscht.  Lschen Sie die LOCK-Datei als root per


       rm /var/lock/LCK..systemname






  10.  Tips & Tricks

  In diesem Abschnitt finden Sie ein paar Tips & Tricks, wie Sie UUCP
  effektiver nutzen knnen.  Falls Sie einen Trick kennen, schicken Sie
  mir diesen doch bitte; Danke.


  10.1.

  "alternate" - Irgendwie mu es doch klappen.

  Es ist mglich, da nach dem Aufruf von UUCP solange verschiedene
  Konfigurationen probiert werden, bis eine Verbindung zustande gekommen
  ist.

  Der sogenannte alternate-Befehl erlaubt es, fr einzelne Systeme
  Alternativen anzubieten, falls ein Fehler aufgetreten ist.  Dieses
  Feature nutze ich, um zuerst eine Verbindung per TCP zu versuchen, die
  zustande kommt, wenn ich online bin, und erst danach einen
  Datenaustausch per DialUp zu veranlassen.

  Wenn Sie dieses Feature nutzen mchten, sollten Sie schon ein
  funktionierendes UUCP (entweder DialUp oder TCP) besitzen.  Kopieren
  Sie nun einen zustzlichen Konfigurationsausschnitt fr die sys-Datei
  hinter Ihre Konfiguration. Trennen Sie diese mit einem alternate. Eine
  fertige sys-Datei sollte dann so aussehen:



















  # Login und Pawort aus der Datei call bernehmen
  call-login *
  call-password *
  # ffentliches Spoolverzeichnis
  pubdir /var/spool/uucppublic
  # Timeout nach dem Verbindungsaufbau whrend der
  # Login-Prozedur
  chat-timeout 20
  # UUCP darf immer gemacht werden
  time any
  # UUCP darf alle 600 Sekunden wiederholt werden
  success-wait 600
  # Befehle, die ausgefhrt werden drfen
  commands rmail rnews
  command-path /usr/lib/news/bin/ /usr/bin /usr/sbin
  # Name des Systems, das Sie anrufen
  system tpki
  port ttyI0
  chat ogin: \L word: \P
  protocol ig
  # hier bitte die Telefonnummer anpassen
  phone 0431123123
  protocol-parameter i window             7
  protocol-parameter i packet-size        2048
  protocol-parameter i startup-retries    16
  protocol-parameter i init-retries       8
  protocol-parameter i init-timeout       10
  protocol-parameter i retries            3
  protocol-parameter i timeout            20
  protocol-parameter i garbarge           20000
  protocol-parameter i errors             256
  protocol-parameter i error-decay        8
  protocol-parameter i remote-window      0
  protocol-parameter i remote-packet-size 0
  protocol-parameter i short-packets      true
  #
  alternate
  #
  port uucp-tcp
  protocol tig
  # Hier den Systemnamen im Format systemname.provider.de
  # eintragen
  address tpki.toppoint.de
  chat ogin: \L word: \P





  10.2.


  Maximale Gre fr EMails begrenzen (sendmail)

  Wenn irgendein User groe EMails verschickt, kann es unter Umstnden
  sehr teuer fr Sie werden ;-(.

  Um dies zu verhindern, kann der Mailserver sendmail so konfiguriert
  werden, da er groe EMails nicht annimmt.  Sie mssen dazu als root
  die Sendmail-Konfigurationsdatei /etc/sendmail.cf anpassen.  ffnen
  Sie als root mit dem Editor vi die Datei /etc/sendmail.cf.  Geben Sie
  /MaxMessage ein. Nun sollten Sie in der Zeile sein, die ungefhr so
  aussieht:

       #0 MaxMessageSize=100000

  Das Hash-Zeichen # kommentiert die Zeile aus, so da diese bei der
  Konfiguration des Mailservers nicht beachtet wird.  Entfernen Sie
  zuerst das Hash-Zeichen.

  Die Zeile gibt die maximale Gre einer EMail in Bytes an. In diesem
  Fall also 100000 Bytes (fast 100 kb).  Passen Sie den Wert Ihren
  Bedrfnissen an ;-).

  Eine neue Zeile, die die maximale Gre einer EMail auf 1 MB begrenzt,
  sieht so aus:


       0 MaxMessageSize=1048576




  Nachdem Sie die nderungen an der Datei mit ESC :wq abgespeichert
  haben, mssen Sie den Mailserver neu starten, um die nderungen
  wirksam zu machen.


  10.3.  Mail und News schon whrend des Pollens einsortieren

  Normalerweise bergibt der uuxqt erst nach dem kompletten Poll seine
  Daten per rnews und rmail an den Newsserver und den Mailserver. Mit
  zwei Zeilen in der config knnen Sie diese Verhalten beeinflussen:



       run-uuxqt 1
       max-uuxqts 2




  run-uuxqt 1 sorgt dafr, da uuxqt aufgerufen wird, wenn ein
  komplettes Paket (Mail oder News) empfangen wurde. max-uuxqts 2
  verhindert, da zu viele uuxqts und die daraus resultierenden Arbeiten
  gleichzeitig passieren. Es drfen bei dieser Einstellung nur maximal
  zwei uuxqts gleichzeitig arbeiten.  Diese Konfiguration hat sich als
  sinnvoll und schnell erwiesen.



  11.  UUCP-Server

  Einen UUCP-Server bentigen Sie, wenn Sie es Freunden oder Kunden
  ermglichen mchten, Ihre Mails und News per UUCP abzuholen. Der
  Server ist das Gegenstck zu dem in den vorangegangenen Sektionen
  beschriebenen Client.


  11.1.  UUCP konfigurieren

  Zuerst sollten Sie Ihr UUCP-System so konfigurieren, da Sie UUCP als
  Client nutzen knnen. Somit ist sichergestellt, da UUCP auf Ihren
  System funktioniert.


  11.2.  Mailsystem konfigurieren

  11.2.1.  Sendmail

  Ab Sendmail 8.9.3 ist die Konfiguration wirklich sehr einfach
  geworden.  Ausgangspunkt ist in diesem Beispiel der UUCP-Server
  perikles und sein Client milhouse. Der Client soll alle EMails an
  user@milhouse.toppoint.de bekommen. Die EMails des Clients sollen
  zurck an perikles geschickt werden. Der Client milhouse wird dabei,
  wie in diesem HOWTO beschrieben, als Client eingerichtet.


  11.2.1.1.  mailertable

  In der /etc/mail/mailertable steht eine Zuordnung zwischen Domains und
  Zielrechner:



       milhouse.toppoint.de   uucp-dom:milhouse  #user@milhouse.toppoint.de
       milhouse               uucp-dom:milhouse  #user@milhouse auch dorthin




  uucp-dom: sorgt dafr, da UUCP fr die Zustellung der Mails genutzt
  wird. milhouse ist der Name des UUCP-Clients.

  Damit Sendmail Ihre Konfiguration benutzen kann, mu daraus eine
  Datenbank generiert werden:


       $ makemap hash mailertable.db < mailertable


  Sie erhalten keine Ausgabe, aber die Datei mailertable.db sollte bei
  einem ls -l die aktuelle Uhrzeit aufweisen.


  11.2.1.2.  UUCP-Server konfigurieren

  Die Konfiguration des UUCP-Systems ist nahezu trivial, wenn Sie
  bereits ein laufendes System haben.


  11.2.1.3.  passwd

  In Ihrem UUCP-Verzeichnis legen Sie zunchst eine neue Datei passwd
  an. In dieser Datei werden die Login-Pawrter im Klartext
  gespeichert:



       milhouse test123




  Das Pawort fr die Site milhouse ist test234. Bitte beachten Sie
  Gro- und Kleinschreibung. Diese Pawort tragen Sie spter bei dem
  Client ein.


  11.2.1.4.  sys

  Sie mssen ein System in der Datei sys hinzufgen, damit Sendmail
  seine Mails an das UUCP-System bergeben kann und der Client sich
  diese Mails per UUCP abholen kann.  Fgen Sie diese Zeilen mit
  angepatem Namen in Ihre sys ein:



  system milhouse
  time any




  Dies erlaubt dem Client milhouse zu jeder Uhrzeit zu pollen.  Wenn Sie
  das Pollen nur mit einem bestimmten Protokoll oder ber einen
  bestimmten Port zulassen wollen, tragen Sie hier einfach die
  zustzlichen Zeilen ein:



       system milhouse
       time any
       protocol t
       port tcp




  Diese Konfiguration erlaubt das Pollen nur ber den Port tcp mit dem
  t-Protokoll.


  11.3.  Newssystem konfigurieren

  Die Rechenleistung und vorallem die I/O-Leistung, die ein News-Server
  bentigt, sind nicht zu vernachlssigen. Fr Systeme, die fast alles
  auer alt.binaries.* halten und verteilen, sind 128 MB RAM und gute
  Platten ein Minimun. Ich habe schon Server auf PC-Basis gesehen und
  installiert, die mit 128-256 MB und einem Pentium Pro bzw. II
  Prozessor gut arbeiten.  Beide Systeme waren mit U2W-SCSI-Platten
  ausgestattet, die zu einem Raid-System zusammengefat wurden. Sun-
  Systeme sind aufgrund ihrer guten I/O-Leistung nicht zu
  vernachlssigen.



  11.3.1.  INN 2.x

  Die Konfiguration des INN unterscheidet sich von der Konfiguration auf
  Clientseite nur wenig. Sie geben, wie auf den Clientseite, die Feeds
  mit deren Eigenschaften in der Datei newsfeeds an.  Im Abschnitt ``INN
  - InterNetNews'' finden Sie eine genaue Beschreibung der
  Konfiguration.

  Zur automatischen Generierung der newsfeeds gibt es ein Programm
  namens GUP (Group Update Program). Dieses Programmpaket ermglicht es
  den pollenden Kunden per EMail ihren Feed anzupassen. Bestellungen von
  Newsgruppen geschehen so ohne Eingreifen des Server-Administrators.
  Fr den UUCP-Client milhouse tragen Sie also z.B. diese Zeile in
  newsfeeds ein:



       milhouse/milhouse.toppoint.de:de.alt.netdigest:kiel.*:Tf,Wnb,B4096/1024:




  Der Client bekommt alle Artikel aus den Gruppen de.alt.netdigest und
  kiel.*, auer denen, die von Ihm selbst (milhouse.toppoint.de) kommen.
  Damit der INN eine aktuelle newfeeds-Datei als Grundlage fr seine
  Feeds nimmt, sollten Sie den Newsserver mit dem folgenden Befehl
  veranlassen, seine newsfeeds-Datei neu zu lesen:
       $ ctlinnd reload newsfeeds Mal wieder ein Update




  Die Ausgabe des Programms ist ein einfaches Ok.

  In der Manual Page zu ctlinnd finden Sie eine genaue Beschreibung der
  Optionen.  In Ihren Logdateien des Newsservers finden Sie etwas, das
  ungefhr so aussieht:



       Jul 23 19:41:17 perikles innd: ME time 2005751 idle 2005568(14) artwrite 73(2)
        artlink 3(1) hiswrite 57(2) hissync 11(7) sitesend 1(4) artctrl 0(0) artcncl
        0(0) hishave 0(4) hisgrep 0(0) perl 2(2)
       Jul 23 19:57:20 perikles innd: overview! closed
       Jul 23 19:57:20 perikles innd: controlchan! closed
       Jul 23 19:57:20 perikles innd: tpki closed
       Jul 23 19:57:20 perikles innd: overview! spawned overview!:16:proc:17443
       Jul 23 19:57:20 perikles innd: controlchan! spawned controlchan!:17:proc:17444
       Jul 23 19:57:20 perikles innd: tpki opened tpki:15:file
       Jul 23 19:57:20 perikles innd: SERVER reload newsfeeds Mal wieder ein Update




  Damit der Client seine Artikel bekommt, mssen Sie diese per cronjob
  zusammenpacken lassen. Tragen Sie diese Zeile unter die anderen
  bereits vorhandenen Zeilen in die crontab des Users news:



       50 * * * * /usr/lib/news/bin/sendbatches milhouse





  11.3.2.  cnews


  cnews ist meiner Meinung nach fr den Einsatz als News-Server fr
  groe UUCP-System nicht so gut geeignet, wie INN. INN ist wohl der
  beliebteste News-Server.



  11.4.  Konfiguration testen

  Ob Ihr UUCP-Server richtig arbeitet, sehen Sie, wenn im UUCP-Log
  entsprechende Zeilen auftauchen.

  Der Newsserver hat Batches fr die Site milhouse erstellt und diese an
  uux bergegeben:



       uux milhouse news (1999-10-02 21:11:43.46 16183) Queuing rnews (D.0004)
       uux milhouse news (1999-10-02 21:11:44.94 16184) Queuing rnews (D.0005)




  Mails werden an den UUCP-Server bergeben:

       uux milhouse hscholz (1999-10-02 17:31:50.78 7701) Queuing rmail hscholz@milhouse.toppoint.de (D.0001)
       uux milhouse daemon (1999-10-02 17:33:27.26 7726) Queuing rmail hscholz@milhouse (D.0002)




  Hier der pollende Client milhouse. Er bekommt eine Mail und liefert
  eine ab. Dazu wird ein Newspaket verschickt:



       uucico - - (1999-10-02 20:29:15.98 14184) Incoming call (login milhouse port stdin)
       uucico milhouse - (1999-10-02 20:29:18.08 14184) Handshake successful (protocol 't')
       uucico milhouse hscholz (1999-10-02 20:29:18.08 14184) Receiving rmail hscholz@perikles.toppoint.de (683 bytes)
       uucico milhouse hscholz (1999-10-02 20:29:18.23 14184) Sending rmail hscholz@milhouse.toppoint.de (D.0003) (720 bytes)
       uucico milhouse news (1999-10-02 20:29:18.24 14184) Sending rnews (D.0004) (981 bytes)
       uucico milhouse - (1999-10-02 20:29:18.26 14184) Call complete (3 seconds 1403 bytes 467 bps)
       uuxqt milhouse hscholz (1999-10-02 20:29:18.26 14186) Executing X.milhousC0002 (rmail hscholz@perikles.toppoint.de)






  12.

  FAQ - Fragen, die oft gestellt werden

  Hier knnten die Antworten auf Ihre Fragen stehen, wenn Sie mir eine
  EMail an hendrik@scholz.net schicken.


  12.1.  Alle News werden an den Provider zurckgeschickt (aus
  de.comm.uucp)

  Wenn Sie einen lokalen Newsserver benutzen, werden normalerweise die
  von Ihnen geschriebenen Newsartikel per UUCP zum Provider geschickt.
  Wenn der News-Server fehlerhaft konfiguriert ist, werden alle News,
  auch die von Ihrem Provider, an Ihren Provider geschickt.  Sie merken
  dies daran, da sehr viele Zeilen Sending rnews in der
  /var/spool/uucp/Log auftauchen.

  Um das Problem zu lsen, sollten Sie die Header von ein paar
  Newsartikeln lesen. Wenn Sie Netscape (4.0x) benutzen, knnen Sie die
  Header mit View, Headers, All sehen.  Besonders interessant ist die
  Path-Zeile, deshalb hier ein Beispiel:


       Path: perikles.toppoint.de!tpki.toppoint.de!
       news.netuse.de!newsfeed.dpn.de!news-out1.du.gtn.com!
       news-in2.du.gtn.com!RRZ.Uni-Koeln.DE!fu-berlin.de!
       news.nordwest.net!not-for-mail




  Der Artikel kommt von news.nordwest.net und wurde ber verschiedene
  News-Server zu tpki.toppoint.de transportiert.  Perikles.toppoint.de
  ist mein UUCP-Rechner. Ich bekomme meine News per UUCP von
  tpki.toppoint.de.  Notieren Sie den Namen des zweiten Rechners von
  links (hier: tpki.toppoint.de), da dies der Rechner ist, von dem Sie
  Ihre News bekommen.  Editieren Sie nun als Benutzer news oder root die
  Datei /var/lib/news/newsfeeds (INN). Diese Datei enthlt die
  Informationen, wer welche News bekommt. Da Ihr UUCP-Partner (Provider)
  die Newsartikel, die er schon hat - wie htte er sie sonst zu Ihnen
  schicken knnen -, nicht nochmal bentigt, tragen Sie hinter dem
  Systemnamen Ihres Providers den Namen des Newsservers ein.



       tpki/tpki.toppoint.de:*,!junk,!control:Tf,Wnb,B4096/1024:




  Mein UUCP-Partner heit tpki und der News-Server der Toppoint heit
  tpki.toppoint.de.

  Da der News-Server auch den Namen news.toppoint.de hat, wre es
  mglich, da die News anstatt tpki.toppoint.de news.toppoint.de
  enthalten.  Da die Toppoint dem Individual Network angehrt, wre
  sogar news.in-kiel.de mglich.  Es ergibt sich also eine ganze Liste
  von Newsservern, deren Artikel nicht zurckgeschickt werden sollen:



       tpki/tpki.toppoint.de, news.toppoint.de, news.in-kiel.de:\
       *,!junk,!control:Tf,Wnb,B4096/1024:




  Die verschiedenen Newsserver werden, durch Kommas getrennt,
  aufgelistet.


  12.2.  News werden nicht gebatched - Was mache ich falsch?

  Es ist sehr rgerlich, wenn man News schreibt, um spter
  festzustellen, da die News nicht verschickt wurden.  Wenn in der
  Datei /var/spool/uucp/Log Zeilen  la



       uux tpki news (1998-10-20 15:00:03.23 5331) Queuing rnews (D.012E)




  oder



       uucico tpki news (1998-10-19 06:49:32.92 511) Sending rnews (D.011Z) (2296 bytes)




  auftauchen, dann ist alles ok.  Wenn Sie keine einzige dieser Zeilen
  finden, sollten Sie die folgenden Sachen berprfen:


    INN: Wird /usr/lib/news/bin/send-uucp.pl rechner ausgefhrt?

    cnews: Wird /usr/lib/news/bin/batch/sendbatches ausgefhrt?

    INN: Steht Ihr UUCP-Partner in /var/lib/news/send-uucp.cf?

    INN: Steht Ihr UUCP-Partner in /var/lib/news/newsfeeds?

    cnews: Steht Ihr UUCP-Partner in /var/lib/news/sys?

    Was meldet /var/log/news?


  12.3.  (aus de.comm.uucp) Bang-Addressierung im Log statt normalen
  EMail-Adressen

  Wenn in Ihrem UUCP-Log /var/spool/uucp/Log EMail-Adressen im Format
  domain.de!user statt user@domain.de angegeben werden und dies Sie
  strt, knnen Sie es leicht ndern.



  12.3.1.  Ursache

  Die Ursache ist genauso schnell erklrt, wie der Bugfix.  Sie haben in
  Ihrer Sendmail-Konfiguration den Mailer uucp-uudom verwendet. Dieser
  erzeugt EMail-Adressen mit der Bang-Adressierung (die mit dem
  Ausrufezeichen :)).  Der Mailer uucp-dom erzeugt die gewohnten EMail-
  Adressen mit dem Klammeraffen.


  12.3.2.  Fehlerbehebung


  Suchen Sie in Ihrer Sendmail-Konfigurationsdatei /etc/sendmail.cf nach
  der Zeile, in der Ihr Smarthost steht:



       # "Smart" relay host (may be null)
       DSuucp-uudom:tpki





  Dieser Eintrag steht normalerweise sehr weit oben und zeigt, da der
  Mailer uucp-uudom genutzt wird. Im Moment werden vom Sendmail EMail-
  Adressen mit der Bang-Adressierung erzeugt.  Passen Sie diesen
  Abschnitt an Ihre Wnsche an und beachten Sie, da Sie tpki durch der
  Name Ihres UUCP-Partners ersetzen mssen.

  Eine Beispielzeile fr meine Konfiguration knnte so aussehen:



       # "Smart" relay host (may be null)
       DSuucp-dom:tpki





  Vergewissern Sie sich zustzlich, da der Mailer uucp-dom installiert
  ist. Hierzu durchsuchen Sie die /etc/sendmail.cf, bis Sie einen
  Abschnitt relativ weit am Ende finden, der ungefhr so aussieht:










  # domain-ized UUCP mailer
  Muucp-dom,      P=/usr/bin/uux, F=mDFMhud, S=52/31, R=21, M=2000000,
                  T=X-UUCP/X-UUCP/X-Unix,
                  A=uux - -r -a$g -gC $h!rmail ($u)

  # domain-ized UUCP mailer with UUCP-style sender envelope
  Muucp-uudom,    P=/usr/bin/uux, F=mDFMhud, S=72/31, R=21, M=2000000,
                  T=X-UUCP/X-UUCP/X-Unix,
                  A=uux - -r -a$g -gC $h!rmail ($u)





  Wenn Sie keine solchen Zeilen finden, haben Sie wahrscheinlich eine
  besonders angepate Konfigurationsdatei.  Machen Sie von dieser Datei
  ein BackUp, bevor Sie die folgenden Zeilen an Ihre /etc/sendmail.cf
  anhngen:



       #
       #  relay mailer header masquerading recipient rewriting
       #
       S71

       R$+                     $: $>61 $1
       R$+                     $: $>93 $1

       #####################################
       ###   UUCP Mailer specification   ###
       #####################################

       #####  @(#)uucp.m4      8.25 (Berkeley) 3/16/97  #####

       #
       #  There are innumerable variations on the UUCP mailer.  It really
       #  is rather absurd.
       #

       # old UUCP mailer (two names)
       Muucp,          P=/usr/bin/uux, F=DFMhuUd, S=12, R=22/42, M=2000000,
                       T=X-UUCP/X-UUCP/X-Unix,
                       A=uux - -r -a$g -gC $h!rmail ($u)
       Muucp-old,      P=/usr/bin/uux, F=DFMhuUd, S=12, R=22/42, M=2000000,
                       T=X-UUCP/X-UUCP/X-Unix,
                       A=uux - -r -a$g -gC $h!rmail ($u)

       # smart UUCP mailer (handles multiple addresses) (two names)
       Msuucp,         P=/usr/bin/uux, F=mDFMhuUd, S=12, R=22/42, M=2000000,
                       T=X-UUCP/X-UUCP/X-Unix,
                       A=uux - -r -a$g -gC $h!rmail ($u)
       Muucp-new,      P=/usr/bin/uux, F=mDFMhuUd, S=12, R=22/42, M=2000000,
                       T=X-UUCP/X-UUCP/X-Unix,
                       A=uux - -r -a$g -gC $h!rmail ($u)

       # domain-ized UUCP mailer
       Muucp-dom,      P=/usr/bin/uux, F=mDFMhud, S=52/31, R=21, M=2000000,
                       T=X-UUCP/X-UUCP/X-Unix,
                       A=uux - -r -a$g -gC $h!rmail ($u)

       # domain-ized UUCP mailer with UUCP-style sender envelope
       Muucp-uudom,    P=/usr/bin/uux, F=mDFMhud, S=72/31, R=21, M=2000000,
                       T=X-UUCP/X-UUCP/X-Unix,
                       A=uux - -r -a$g -gC $h!rmail ($u)

  Nach einem Neustart Ihres Sendmails sollten Sie eine Testmail
  verschicken, um zu prfen, ob es tatschlich funktioniert.


  12.4.  News werden nicht angenommen (aus de.comm.uucp)


  Sie haben News aboniert und im UUCP-Log steht, da Newspakete
  ankommen, aber Sie haben auf Ihrem News-Server keine neuen Artikel?
  Dies kann daran liegen, da Ihr eigener Rechner nicht berechtigt ist,
  News bei Ihnen abzuliefern.

  Steht in Ihrer /var/log/messages oder in der /var/log/warn folgendes?



       Sep 17 08:01:05 perikles nnrpd[28284]:  perl filtering enabled
       Sep 17 08:01:06 perikles nnrpd[28284]: perikles.toppoint.de connect
       Sep 17 08:01:06 perikles rnews: unknown_reply after ihave 480 Transfer permission denied




  Wenn ja, dann ist Ihr Rechner tatschlich nicht berechtigt, bei Ihnen
  Newsartikel abzuliefern.  Sie mssen die Datei nnrp.access Ihres
  Newsservers (INN 1.x und 2.x) anpassen.  Mit den folgenden Eintrgen,
  sollten die News ankommen. Ein Eintrag fr Ihr LAN darf allerdings
  auch nicht fehlen, da Sie selbst sonst aus dem LAN heraus keine News
  lesen knnen:



       stdin:Read Post:::*
       localhost:Read Post:::*
       127.0.0.1:Read Post:::*




  Zustzliche Zeilen, wie diese ermglichen den Zugang aus dem LAN:



       192.168.0:Read Post:::*





  12.5.  Anbieter von kostenlosen UUCP-Zugngen

  UUCP kostet auf Serverseite viele Ressourcen. Die ein- und ausgehenden
  Daten mssen verarbeitet und ggf. ins Internet geschickt werden.
  Plattenplatz, CPU-Zeit und administrativer Aufwand sind nicht zu
  vernachlssigen.

  Mir ist daher kein kostenloser Zugang bekannt. Vielleicht wird Ihnen
  ein lokaler Provider einen kostenlosen Testzugang anbieten, wenn Sie
  hflich nachfragen.


  12.6.  UUCP-Clients fr Windows

  Es gibt Lsungen, um UUCP auch unter Windows 95, 98 und NT zu
  betreiben.  Die Konfiguration dieser Programme gehrt allerdings nicht
  in dieses HOWTO. Falls Sie Interesse an UUCP unter Windows/DOS haben,
  sollten Sie nach Crosspoint (XP) und UUPC Ausschau halten.



  13.

  Ntzliche Hilfsprogramme

  13.1.  Was ist heute schon passiert (Shellprogramm)?

  Ich habe mir ein kleines Programm geschrieben, da mir anzeigt, was
  heute schon im Zusammenhang mit UUCP passiert ist.  Das Programm
  durchsucht die Datei /var/spool/uucp/Log und grept alles raus, was
  heute passiert ist ;-).

  uucpstatus.sh:



       #!/bin/sh
       /bin/cat /var/spool/uucp/Log | \
          /usr/bin/grep `date '+%Y-%m-%d'` | \
          grep -e  "Call complete" -e "Receiving rmail" \
               -e "Login successful" -e "Queuing" \
               -e "Handshake" -e "Error" -e "ERROR" -e "Protocol"




  Beispielausgabe:



       uux tpki root (1998-06-17 10:06:29.49 360) Queuing rnews (D.00IK)
       uucico tpki - (1998-06-17 10:06:35.68 362) ERROR: Chat script failed: Got "BUSY"
       uucico tpki - (1998-06-17 10:06:52.05 363) Login successful
       uucico tpki - (1998-06-17 10:06:52.71 363) Handshake successful (protocol 'i' sending packet/window 1024/16 receiving 2048/7)
       uucico tpki mail (1998-06-17 10:06:54.41 363) Receiving rmail newsadmin (552 bytes)
       uucico tpki news (1998-06-17 10:06:54.86 363) Receiving rmail news (3395 bytes)
       uucico tpki mail (1998-06-17 10:06:55.30 363) Receiving rmail newsadmin (3512 bytes)
       uucico tpki uucp (1998-06-17 10:06:55.59 363) Receiving rmail ttt (1085 bytes)
       uucico tpki uucp (1998-06-17 10:06:56.04 363) Receiving rmail newsadmin (1459 bytes)
       uucico tpki uucp (1998-06-17 10:06:56.24 363) Receiving rmail newsadmin (1390 bytes)
       uucico tpki uucp (1998-06-17 10:06:56.66 363) Receiving rmail newsadmin (2431 bytes)
       uucico tpki uucp (1998-06-17 10:06:57.25 363) Receiving rmail ttt (1676 bytes)
       uucico tpki uucp (1998-06-17 10:06:57.38 363) Receiving rmail ttt (1318 bytes)
       uucico tpki mail (1998-06-17 10:06:57.72 363) Receiving rmail newsadmin (661 bytes)
       uucico tpki mail (1998-06-17 10:06:57.76 363) Receiving rmail newsadmin (552 bytes)
       uucico tpki mail (1998-06-17 10:06:58.31 363) Receiving rmail newsadmin (19672 bytes)
       uucico tpki mail (1998-06-17 10:07:00.60 363) Receiving rmail newsadmin (683 bytes)
       uucico tpki mail (1998-06-17 10:08:31.13 363) Receiving rmail newsadmin (1084 bytes)
       uucico tpki - (1998-06-17 10:08:31.32 363) Protocol 'i' packets: sent 91, resent 0, received 452
       uucico tpki - (1998-06-17 10:08:31.46 363) Call complete (101 seconds 720823 bytes 7136 bps)
       uux tpki hscholz (1998-06-17 10:08:56.93 433) Queuing rmail zoc@toppoint.de (D.00IL)
       uux tpki news (1998-06-17 11:00:06.93 665) Queuing rnews (D.00IM)
       uux tpki hscholz (1998-06-17 11:47:22.71 1142) Queuing rmail lars.fruehsorge@ploe.comcity.de (D.00IN)
       uux tpki news (1998-06-17 13:00:03.44 8136) Queuing rnews (D.00IO)





  13.2.  Was ist heute schon passiert (CGI-Skript fr WWW-Server)?

  Das gleiche, was per Shell mglich ist, kann man natrlich auch als
  HTML-Seite auf dem eigenen WWW-Server anzeigen lassen.  Es mssen
  dafr nur die Standard-HTML-Header um die Seite herumgebaut werden.

  uucpstatus.cgi:


       #!/bin/sh
       echo "Content-type: text/html"
       echo
       echo
       echo "<html><head><title>UUCP-Statistik</title></head>"
       echo "<body bgcolor=\"#FFFFFF\"><pre>"
       /bin/cat /var/spool/uucp/Log | \
         /usr/bin/grep `date '+%Y-%m-%d'` | \
         grep -e  "Call complete" -e "Receiving rmail" \
           -e "Login successful" -e "Queuing" -e "Handshake" \
           -e "Error" -e "ERROR" -e "Protocol"
       echo "</pre></body></html>"




  Die Ausgabe sieht aus wie im Shell, mit dem Unterschied, da es eine
  HTML-Datei ist.


  14.  Beispieldateien

  In diesem Abschnitt finden Sie fertige Dateien fr UUCP.  Sie knnen
  die Dateien per Copy & Paste bernehmen und in Ihrem UUCP-Verzeichnis
  abspeichern.  Nun mssen Sie noch die Pawrter, Systemnamen, Devices
  (Modem, ISDN) und Telefonnummern anpassen.  Damit Sie wissen, was Sie
  ndern mssen, gibt es eine kurze Erklrung zu jeder Datei. Kursiv
  geschriebene Wrter in der Erklrung mssen Sie in der jeweiligen
  Datei anpassen.


  14.1.

  UUCP ber TCP

  14.1.1.

  call

  Hier mssen Sie den Systemnamen Ihres Providers tpki, Ihren Loginnamen
  perikles und Ihr Pawort asecret eintragen.



       #<system> <login> <passwd>
        tpki perikles asecret





  14.1.2.

  config

  Der Nodename Ihres Rechners perikles mu angepat werden



       nodename perikles

  14.1.3.

  port

  Diese Datei knnen Sie unverndert bernehmen.



       port uucp-tcp
       type TCP
       service 540





  14.1.4.

  dial

  Diese Datei ist fr TCP nicht erforderlich und enthlt deshalb nur
  einen Kommentar ;-).



       # Hier ist keine Konfiguration fr UUCP ber TCP ntig





  14.1.5.

  sys

  In dieser Datei drfen Sie natrlich wieder den Systemnamen tpki durch
  den Systemnamen Ihres Providers ersetzen.  Die address-Zeile sollte
  den FQDN (Full Qualified Domain Name) des Rechners von Ihrem Provider
  enthalten.



       call-login *
       call-password *
       pubdir /var/spool/uucppublic
       chat-timeout 20
       time any
       success-wait 600
       commands rmail rnews
       command-path /usr/lib/news/bin/ /usr/bin /usr/sbin
       system tpki
       #
       port uucp-tcp
       protocol tig
       # Hier den Systemnamen im Format systemname.provider.de
       # eintragen
       address tpki.toppoint.de
       chat ogin: \L word: \P








  14.2.


  UUCP per Modem

  14.2.1.

  call

  Hier mssen Sie den Systemnamen Ihres Providers tpki, Ihren Loginnamen
  perikles und Ihr Pawort asecret eintragen.



       #<system> <login> <passwd>
        tpki perikles asecret





  14.2.2.

  config

  Der Nodename Ihres Rechners perikles mu angepat werden



       nodename perikles





  14.2.3.

  port

  Stellen Sie sicher, da /dev/modem auf ihr Modem (z.B.  /dev/ttyS0)
  zeigt oder tragen Sie Ihr Modem-Device ein.



       port modem
       device /dev/modem
       speed 38400
       dialer modem





  14.2.4.

  dial

  In dieser Datei werde unter anderem auch die Modem-Init-Strings
  definiert.  Falls Sie einen speziellen Init-String bentigen, tragen
  Sie diesen hier ein:






  dialer modem
  chat "" ATZ OK ATDT\D CONNECT
  chat-fail BUSY
  chat-fail NO\sCARRIER
  chat-fail ERROR
  chat-fail NO\sDIALTON
  chat-fail SYSTEM\sSUSPEND
  carrier-wait 60
  dtr-toggle true
  complete \d\d+++\d\dATH\r\c
  abort \d\d+++\d\dATH\r\c





  14.2.5.

  sys

  In dieser Datei drfen Sie natrlich wieder den Systemnamen tpki durch
  den Systemnamen Ihres Providers ersetzen.  Das phone 0431123123
  ersetzen Sie bitte durch die Telefonnummer Ihres Providers. Falls Sie
  Ihr Modem an einer Nebenstellenanlage betreiben, tragen Sie hier ein
  0,0431123123 ein.



       call-login *
       call-password *
       pubdir /var/spool/uucppublic
       chat-timeout 20
       time any
       success-wait 600
       commands rmail rnews
       command-path /usr/lib/news/bin/ /usr/bin /usr/sbin
       system tpki
       #
       port modem
       chat ogin: \L word: \P
       protocol ig
       # hier bitte die Telefonnummer anpassen
       phone 0431123123

       protocol-parameter i window             7
       protocol-parameter i packet-size        2048
       protocol-parameter i startup-retries    16
       protocol-parameter i init-retries       8
       protocol-parameter i init-timeout       10
       protocol-parameter i retries            3
       protocol-parameter i timeout            20
       protocol-parameter i garbarge           20000
       protocol-parameter i errors             256
       protocol-parameter i error-decay        8
       protocol-parameter i remote-window      0
       protocol-parameter i remote-packet-size 0
       protocol-parameter i short-packets      true





  14.3.


  UUCP per ISDN
  14.3.1.  call

  Hier mssen Sie den Systemnamen Ihres Providers tpki, Ihren Loginnamen
  perikles und Ihr Pawort asecret eintragen.



       #<system> <login> <passwd>
        tpki perikles asecret





  14.3.2.

  config

  Der Nodename Ihres Rechners perikles mu angepat werden



       nodename perikles





  14.3.3.

  port

  Stellen Sie sicher, da /dev/modem auf ihr Modem (z.B. /dev/ttyS0)
  zeigt, oder tragen Sie Ihr Modem-Device ein.



       port ttyI0
       device /dev/ttyI0
       speed 115200
       dialer ttyI0





  14.3.4.

  dial

  Hier ersetzen Sie bitte die MSN 81239 durch Ihre MSN.


       dialer ttyI0
       chat "" ATZ OK AT&E81238 OK \d ATD\D CONNECT
       chat-fail BUSY
       chat-fail NO\sCARRIER
       chat-fail ERROR
       chat-fail NO\sDIALTONE
       chat-fail SYSTEM\sSUSPEND
       carrier-wait 60
       dtr-toggle true
       complete \d\d+++\d\dATH\r\c
       abort \d\d+++\d\dATH\r\c


  14.3.5.

  sys

  In dieser Datei drfen Sie natrlich wieder den Systemnamen tpki durch
  den Systemnamen Ihres Providers ersetzen.  Das phone 0431123123
  ersetzen Sie bitte durch die Telefonnummer Ihres Providers.



       call-login *
       call-password *
       pubdir /var/spool/uucppublic
       chat-timeout 20
       time any
       success-wait 600
       commands rmail rnews
       command-path /usr/lib/news/bin/ /usr/bin
       system tpki
       #
       port ttyI0
       chat ogin: \L word: \P
       protocol ig
       # hier bitte die Telefonnummer anpassen
       phone 0431123123

       protocol-parameter i window             7
       protocol-parameter i packet-size        2048
       protocol-parameter i startup-retries    16
       protocol-parameter i init-retries       8
       protocol-parameter i init-timeout       10
       protocol-parameter i retries            3
       protocol-parameter i timeout            20
       protocol-parameter i garbarge           20000
       protocol-parameter i errors             256
       protocol-parameter i error-decay        8
       protocol-parameter i remote-window      0
       protocol-parameter i remote-packet-size 0
       protocol-parameter i short-packets      true





  15.  Sicherheit

  Es gibt ein paar wichtige Dinge, die Sie beachten sollten, wenn Sie
  ein UUCP-System betreiben. Die meisten dieser Tips beziehen sich auf
  Dateirechte.  Lesen Sie die Manual Page zu chmod und chown, um die
  Rechte anzupassen.


  15.1.  UUCP

  Die Dateien im UUCP-Verzeichnis mssen teilweise allgemein zugnglich
  sein, z.B. damit der Sendmail Mails zustellen kann. Andere Dateien
  sollten allerdings nur vom User uucp aus der Gruppe uucp lesbar sein,
  da Pawrter enhalten sind. Die Dateien passwd und call enthalten
  Pawrter.

  Hier eine sichere Konfiguration:





  /etc/uucp > ls -l
  -r--r-----   1 uucp     uucp          161 Oct  2 20:14 call
  -rw-r-----   1 uucp     uucp          120 May 23 23:58 config
  -rw-r-----   1 uucp     uucp          724 May 23 23:58 dial
  -rw-r-----   1 uucp     uucp           18 Oct  2 20:24 passwd
  -rw-r-----   1 uucp     uucp          162 May 23 23:58 port
  -rw-r--r--   1 uucp     uucp         3027 Oct  2 20:22 sys





  15.2.  INN (1.x und 2.x)

  Der INN ermglicht eine Pawortabfrage beim Zugang zum Server. Wenn
  die Pawrter, die im Klartext gespeichert werden, fr alle frei
  zugnglich sind, bringt der Schutz nicht sehr viel. Setzen Sie die
  Rechte fr die Datei nnrp.access, in der die Daten gespeichert sind,
  also entsprechend:



       /etc/news > ls -l nnrp.access
       -rw-r-----   1 news     news         1293 Sep 17 10:41 nnrp.access







  15.3.  Sendmail

  Die Konfigurationsdateinen des Sendmail drfen von allen gelesen
  werden, allerdings nur von root gendert werden:



       /etc > ls -l sendmail.cf
       -rw-r--r--   1 root     root        30910 Oct  2 17:20 sendmail.cf
       /etc/mail > ls -l
       lrwxrwxrwx   1 root     root           10 May 23 13:01 aliases -> ../aliases
       -rw-r--r--   1 root     root           85 Jan 20  1999 genericstable
       -rw-r--r--   1 root     root        16384 May 23 11:19 genericstable.db
       -rw-r--r--   1 root     root         8137 Jan 20  1999 linux.mc
       -rw-r--r--   1 root     root          166 Jan 20  1999 linux.nullclient.mc
       -rw-r--r--   1 root     root         1536 Oct  2 17:32 mailertable
       -rw-r--r--   1 root     root        16384 Oct  2 17:33 mailertable.db
       -rw-r--r--   1 root     root          267 Jan 20  1999 userdb
       -rw-r--r--   1 root     root            0 May 23 11:19 userdb.db
       -rw-r--r--   1 root     root           73 Jan 20  1999 virtusertable
       -rw-r--r--   1 root     root        16384 May 23 11:19 virtusertable.db





  15.4.  Sicherheitsprobleme bei SSH-Tunneln

  SSH-Tunnel werden genutzt, um UUCP ber IP sicherer zu machen.  Damit
  es keine Probleme bei der Pawortabfrage gibt, wird ein Public Key
  erzeugt. Mehr dazu finden Sie im anschliessenden Kapitel.  Dieser
  Public Key ersetzt das Pawort. Sie knnen sich nach Kopieren des Keys
  auf einen anderen Rechner auf diesem per ssh einloggen, ohne ein
  Pawort eingeben zu mssen. Dies hat auch Nachteile.  Wenn jemand
  Ihren Arbeitsplatzrechner gehackt hat und Ihren lokalen Account nutzen
  kann, kann dieser sich ebenfalls ohne Pawort auf dem anderen Rechner
  einloggen. Wenn Sie den SSH-Tunnel nutzen, besteht die Mglichkeit,
  da ein Angreifer sich bei Ihrem Provider mit Ihrem Shell-Account
  einloggen kann.  Wenn Sie Ihren Rechner per Firewall oder setzen von
  sicheren Pawrtern sicher gemacht haben, ist diese Lcke meiner
  Meinung nach allerdings zu vernachlssigen.


  16.  UUCP ber IP mit ssh sicherer machen

  16.1.  Sicherheitslcken


  UUCP ber IP baut im Normalfall eine Verbindung zu Port 540 des UUCP-
  Servers auf. Diese Verbindung ist unverschlsselt und somit kann rein
  theoretisch jeder Rechner auf dem Weg der Daten diese abfangen und das
  Pawort im Klartext lesen. Ein sogenannter Sniffer ist fast
  unsichtbar, da er nur passiv den Datenstrom mitliest und keine eigenen
  Pakete verschickt.

  Das Pawort ermglicht dem Angreifer, E-Mails und News von UUCP-Server
  zu holen, als sei er der echte Client.  Oft wird fr einen eventuell
  vorhandenen FTP-Zugang, Shell-Account oder sogar fr den PPP-Zugang
  das selbe Pawort verwendet, so da der Angreifer auf Kosten des
  Benutzers surfen kann.


  16.2.  Die Verbindung verschlsseln


  Es ist mglich, die komplette Verbindung so zu verschlsseln, da
  niemand den Inhalt erkennen kann. Als Nebeneffekt ist eine Kompression
  zuschaltbar, um bei DialUp-Leitungen Kosten zu sparen. Diese
  Kompression wirkt meist nur bei Mails, da News-Batches meist schon
  komprimiert sind.

  Ihr Provider mu den SSH-Server sshd laufen haben und Sie bentigen
  den SSH-Client ssh.

  So testen Sie, ob Ihr Provider den sshd laufen hat.  uucp.netuse.de
  ersetzen Sie natrlich durch den Namen des UUCP-Servers Ihres
  Providers:



       $ telnet uucp.netuse.de 22
       Trying 193.98.110.140...
       Connected to uucp.netuse.de.
       Escape character is '^]'.
       SSH-1.5-1.2.27
       quit
       Connection closed by foreign host.
       $




  Geben Sie quit ein, um die Verbindung zu beenden oder benutzen Sie die
  Escape-Sequenz ^]. Auf dem Server in diesem Beispiel luft der im
  Moment aktuelle SSH-Daemon Version 1.2.27. Falls Sie eine einigermaen
  aktuelle Distribution nutzen, haben sie wahrscheinlich auch diese
  Version.

  berprfen Sie, ob Sie den SSH-Client installiert haben: Wenn Sie
  folgenden Befehl eingeben, sollten sie den Pfad zu dem Programm
  erhalten:
       $ which ssh
       /usr/local/bin/ssh
       $




  Ist dies nicht der Fall, sollten Sie das SSH-Paket Ihrer Distribution
  installieren. RedHat-Pakete bekommen Sie z.B. hier:


       ftp.replay.com:/pub/crypto/




  16.3.  SSH-Tunnel starten


  Der SSH-Tunnel kann z.B. so gestartet werden:


       $ ssh -f -C uucp.netuse.de 5400:uucp.netuse.de:540 sleep 120


  Die Optionen haben folgende Bedeutung:


     -f Diese Option sorgt dafr, da ssh sich nach der Authentisierung
        in den Hintergrund forkt.


     -C Kompression aktivieren (optional)


     uucp.netuse.de
        Adresse des UUCP-Servers Ihres Providers (z.B.
        uucp.provider.de)


     5400:uucp.netuse.de:540
        5400 ist ein lokaler Port, der fast beliebig gewhlt werden
        kann.  uucp.netuse.de ist wieder der Hostname des UUCP-Servers
        und 540 der Port, auf dem der Server lauscht.


     sleep 120
        Dies ist ein Shell-Befehl, der dafr sorgt, da der Tunnel 2
        Minuten auf Daten wartet, bevor er wieder abgebaut wird.

  Der lokale Port 5400 ist bewut ber 1024 gewhlt, damit auch ein
  Benutzer ohne root-Rechte den Tunnel aufbauen kann.


  16.4.  UUCP konfigurieren


  Damit der SSH-Tunnel genutzt wird, mu der eigene Client
  umkonfiguriert werden.  Er darf jetzt keine Verbindung mehr zum UUCP-
  Server aufbauen, sondern zum lokalen Port 5400.

  Die Dateien port und sys werden bearbeitet:

  port


       port tcpssh
       type tcp
       service 5400




  Es wird ein neuer Port tcpssh konfiguriert, der statt Port 540 den
  Port 5400 nutzt.

  sys



       system uucp
       port tcpssh
       protocol t
       address 127.0.0.1




  Dieser Abschnitt sollte Ihnen schon bekannt vorkommen. Vielleicht
  haben Sie die UUCP-ber-IP-Variante auch nur als Alternate
  konfiguriert. Die Verschlsselung funktioniert trotzdem.  Im Gegensatz
  zu Ihrer alten Konfiguration wird der Port und die address-Zeile
  angepasst. Den Port tcpssh haben wir bereits in der Datei port
  konfiguriert.

  Die Adresse wird auf 127.0.0.1 (localhost) gesetzt, damit der SSH-
  Tunnel die Daten an den eigentlichen UUCP-Server weiterleiten kann.

  Bei einem Aufruf des SSH-Befehls und anschliessendem Pollens sollten
  Sie keine Unterschiede in den Logs im Vergleich zu alten Calls
  feststellen.



  16.5.  Verschlsselung automatisieren

  Es ist nicht sehr benutzerfreundlich, vor jedem Pollen den SSH-Befehl
  eintippen und ein Pawort angeben zu mssen. Ein Skript, welches
  uucico aufruft, kann also auch ohne Probleme noch einen zustzlichen
  Befehl vertragen:



       #!/bin/bash
       # SSH-Tunnel starten
       ssh -f -C uucp.provider.de 5400:uucp.provider.de:540 sleep 120

       # Hier kann nochmal schnell ein News-Batchen im
       # Hintergrund angeworfen werden.
       # su -c "/usr/bin/sendbatch uucp" news &

       # Hier wird uucico gestartet.
       /usr/sbin/uucico -Suucp





  16.6.  SSH ohne Pawort

  Durch Eintragen des Public Keys des Clients auf dem Server wird eine
  SSH-Verbindung ermglicht, die kein Pawort bentigt.  Generieren Sie
  sich dazu einen Public Key fr SSH, falls Sie nicht bereits einen
  besitzen:



       $ ssh-keygen
       Initializing random number generator...
       Generating p:  ........++ (distance 184)
       Generating q:  ............++ (distance 210)
       Computing the keys...
       Testing the keys...
       Key generation complete.
       Enter file in which to save the key (/home/user/.ssh/identity):
       Enter passphrase:
       Enter the same passphrase again:
       Your identification has been saved in /home/user/.ssh/identity.
       Your public key is:
       1024 35 127642664008810473190379335529362297128585226778196\
       81550133787496336590741138179031632372787523983722146993732\
       04821130289447237973952899107810754205502922180340071603017\
       45428600832943838422850984029284270667469908839608991926944\
       06721675129466163897527649041652188452013063146729141405576\
       7033019358488561450739 user@perikles.toppoint.de
       Your public key has been saved in /home/user/.ssh/identity.pub




  Der Dateiname ist egal, besttigen Sie also einfach mit Enter.  Die
  Pawortabfrage besttigen Sie zweimal mit Enter, um kein Pawort zu
  setzen.

  Im Verzeichis ~/.ssh/ sollten Sie nun diese Dateien finden:



       $ ls -l
       total 3
       -rw-------   1 netadmin netadmin      544 May 31 19:56 identity
       -rw-rw-r--   1 netadmin netadmin      348 May 31 19:56 identity.pub
       -rw-------   1 netadmin netadmin      512 May 31 19:56 random_seed




  Zustzliche Dateien wie z.B. authorized_keys oder known_hosts sind
  nicht strend, sondern enthalten Informationen zu vergangenen SSH-
  Verbindungen.

  Ihr Public Key mu nun auf den UUCP-Server kopiert werden. Nutzen Sie
  dazu am besten gleich SSH, damit niemand Ihre Verbindung mitlesen
  kann.  Sie bentigen dazu einen Shell-Zugang zu dem UUCP-Server Ihres
  Providers. Oft ist dies der gleiche Rechner, der auch den Shell-Zugang
  selbst bereitstellt.  Wenn Sie keinen Shell-Zugang haben, sollten Sie
  Ihren Provider bitten, die Datei identitiy.pub in das entsprechende
  Verzeichnis zu kopieren.  Wenn der Provider nichts mit Ihrer Anfrage
  nichts anfangen kann, dann hat er wahrscheinlich nicht viel Ahnung von
  Sicherheit :-).

  Der UUCP-Server ist in diesem Beispiel uucp.provider.de und der
  Benutzername ist blafasel.

  Wechseln Sie ins richtige Verzeichnis wechseln:



  $ cd  /.ssh


  Zum Kopieren des Public Keys nutzen wir den Befehl scp (Secure Copy)
  des SSH-Pakets:



       $ scp identity.pub blafasel@uucp.provider.de:.ssh/
       blafasel@uucp.provider.de's password:
       identity.pub              |          1 KB |   7.4 kB/s | ETA: 00:00:00 | 100%




  Diese Verbindung bentigt natrlich noch ein Pawort. Geben Sie das
  Pawort fr Ihren Shell-Account ein.

  Testen Sie nun, ob ein Login ohne Pawort mglich ist:



       $ ssh blafasel@uucp.provider.de
       Last login: Tue May 30 17:44:47 2000
       No mail
       $ uname -n
       uucp.provider.de




  Falls Sie den gleichen Benutzernamen auf Ihrem Client und dem Server
  nutzen, knnen Sie den SSH-Befehl zu ssh uucp.provider.de reduzieren.
  Die Meldungen nach dem Login knnen stark varieren, je nachdem welches
  Betriebssystem Ihr Provider einsetzt. Kontrollieren Sie mit dem Befehl



       $ uname -n




  ob Sie auf dem richtigen Rechner eingeloggt sind.


  16.7.  SSH-Tunnel beim Login per PPP aktivieren

  Wenn ich per SyncPPP online bin, wird automatisch alle 5 Minuten nach
  Mails und News gesucht. Falls sie etwas hnliches machen, knnen Sie
  die SSH-Zeile fr den Tunnel in die Datei /etc/ppp/ip-up eintragen und
  somit einen permanenten Tunnel aufstellen. Achten Sie darauf, da der
  sleep Befehl einen hohen Wert hat, damit der Tunnel lange bestehen
  bleibt.

  Nachteil dieser Version ist, da bei Dial on Demand oft Verbindungen
  aufgebaut werden knnen oder die Verbindung nicht abgebaut wird,
  obwohl keine Daten mehr transferiert werden und das Idle-Timeout
  berschritten ist.

  Als Lsung dieses Problems bietet es sich an, vor jedem UUCP-Call den
  SSH-Tunnel fr ein paar Sekunden aufzubauen. Wie viele Sekunden Sie
  bentigen, hngt von Ihrer Anbindung ab. 10 Sekunden sollten
  allerdings ausreichend sein.




































































