  Linux XFree86 HOWTO
  von Dirk Knabe (knabe@fh-dortmund.de)
  v2.71828-2, 30. September 1998

  Dieses Dokument beschreibt den Bezug, die Installation und die Konfig
  uration von XFree86 in der Version 3.3.2, ein X-Window-System fr
  Linux-Rechner. Es stellt eine schrittweise Einfhrung in die Konfigu
  ration von XFree86 dar.


  1.  Vorwort

  Stellte die Version 1.0 dieses HOWTO vom 13. Dezember 1996 lediglich
  die deutsche bersetzung des englischsprachigen Dokuments The Linux
  XFree86 HOWTO in der Version 3.0 vom 15. Mrz 1995 von Matt Welsh dar,
  so liegt nun in der aktuellen Version ein eigenstndiges Werk vor.
  Dabei wurde der Versuch unternommen, die Vielzahl vorhandener
  Dokumente ber das X-Window-System zu sondieren und didaktisch so
  aufzubereiten, da dem Leser durch die schrittweise Anleitung des
  HOWTO ein erster Einstieg in die Nutzung von XFree86 unter Linux
  ermglicht wird.

  Zustzlich sollte die jeweilige Dokumentation der entsprechenden
  XFree86-Version zu Rate gezogen werden. Sie wird im weiteren Verlauf
  des Textes an den entsprechenden Stellen benannt.  Dieses HOWTO
  versteht sich nicht als Benutzeranleitung und auch nicht als Anleitung
  fr die individuelle Gestaltung des X-Window-Systems. Zu diesem Zweck
  sollte man auf eines der vielen guten X-Window-Benutzerhandbcher
  zurckgreifen.


  Allgemeine Informationen ber das Linux-Betriebssystem in englischer
  Sprache findet man auf dem WWW-Server des Linux Documentation Project
  (LDP) unter der Adresse:

       http://metalab.unc.edu/LDP


  Dieser Server wird von den folgenden Servern in Deutschland tglich
  gespiegelt:


    http://www.appl-opt.physik.uni-essen.de/linux/LDP/

    http://www.suse.de/doku/LDP/

    http://www.mordor.ask.fh-furtwangen.de/LDP/

    http://www.dlr.de/linux/LDP/

    http://mailer.wiwi.uni-marburg.de/linux/LDP/

    http://jurix.jura.uni-sb.de/LDP/

    http://www.asta.va.fh-ulm.de/LDP/

  Das Deutsche Linux HOWTO Projekt (DLHP), dem der Autor dieses HOWTO
  auch angehrt, stellt eine Vielzahl von deutschsprachigen HOWTOs zur
  Verfgung, die entweder aus der bersetzung des Originals oder als
  eigenstndiges Werk entstanden sind. Den WWW-Server des DLHP erreicht
  man unter folgender Adresse:

       http://www.tu-harburg.de/dlhp/


  Die Dokumente stehen dort sowohl online als auch in den blichen
  Formaten (ASCII, SGML, HTML, DVI, PostScript sowie Adobe PDF) zum
  Herunterladen zur Verfgung.  Mittlerweile befinden sie sich aber auch
  in den meisten Linux-Distributionen der diversen Anbieter, so da ein
  Bezug vom DLHP-Server entfallen kann, wenn man nicht gerade auf die
  aktuellste Version einer HOWTO angewiesen ist.

  Gegenstand dieses HOWTO bildet die aktuelle Version 3.3.2 von XFree86
  fr Linux-Systeme.

  Fragen, Bemerkungen und/oder Anregungen zu diesem HOWTO richten Sie
  bitte per E-Mail an:


       knabe@fh-dortmund.de





  2.  Einleitung

  Das X-Window-System stellt eine grafische Benutzerschnittstelle dar,
  die es dem Anwender ermglicht, seine Programme gemeinsam unter einer
  grafischen Oberflche darzustellen. Unter den verschiedenen Unix-
  Derivaten hat sich das X-Window-System mittlerweile als der Standard
  fr grafische Benutzeroberflchen etabliert. Heutzutage luft fast auf
  jedem Rechner mit einem Unix-Betriebssystem irgendeine X-Window-
  Variante.



  2.1.  Geschichte

  Als Anfang der 80er Jahre grafikfhige Workstations eine schnelle
  Verbreitung fanden, bestand zunchst das Problem darin, da fr die
  Entwicklung bzw. Programmierung der erforderlichen grafischen
  Benutzeroberflchen kaum einheitliche Standards zur Verfgung standen.
  Dies lag darin begrndet, da das Betriebssystem Unix, bedingt durch
  die Hardware-Situation zur Zeit seines Entstehens, ein auf
  zeichenorientierte Ein- und Ausgabe hin ausgelegtes System darstellte.
  Somit begannen die verschiedenen Hersteller mit der Entwicklung ihrer
  eigenen grafischen Oberflchen.  Schnell erkannte man die Problematik
  beim Einsatz grafischer Applikationen auf den unterschiedlichsten
  Hardware-Plattformen. Sollte nmlich eine Anwendung, die von den
  grafischen Fhigkeiten einer bestimmten Workstation Gebrauch machte,
  auch auf verschiedenen anderen Plattformen lauffhig sein, so mute
  ein groer Teil des Programms mehrfach neu entwickelt und zustzlich
  gepflegt werden.

  In dieser Situation der unterschiedlichen grafischen
  Benutzeroberflchen entstand 1984 am MIT (Massachusetts Institute of
  Technology) in Zusammenarbeit mit der Firma DEC (Digital Equipment
  Corporation) das Projekt Athena. Das Ziel dieses Projekts sollte der
  Entwurf einer rechnerunabhngigen, standardisierten Umgebung zur
  Entwicklung grafischer Applikationen sein. Dies fhrte schlielich zu
  der Entwicklung des X-Window-Systems. Durch die Schaffung
  standardisierter Schnittstellen auf allen Ebenen des Systems war es
  nun mglich, grafische Anwendungen netzwerkweit und unabhngig von der
  eingesetzten Hardware zu betreiben.

  Anfang 1987 grndeten 12 namhafte Computerhersteller das X-Konsortium
  mit dem Ziel, die Weiterentwicklung und Standardisierung des X-Window-
  Systems zu gewhrleisten und eine kommerzielle Verwendung zu
  ermglichen. Die damalige Liste der Grndungsmitglieder las sich wie
  ein Who is who in der Computerbranche.

  Das X-Konsortium fordert in der Dokumentation zu X ausdrcklich die
  Verwendung folgender Bezeichnungen: X-Window-System, X Version 11, X11
  oder einfach nur X.

  Im September 1987 verabschiedete das X-Konsortium das X-Window-System
  in der Version 11, Release 1 (kurz: X11R1 genannt). Es lste die
  Anfang 1986 freigegebene Vorluferversion X10 ab. X11R1 war im
  Gegensatz zu X10 dem Forschungsstadium entwachsen, bot eine grere
  Flexibilitt und hhere Performance als der Vorgnger und ermglichte
  somit eine erste kommerzielle Verwendung.

  Seit dieser Zeit wurde das X-Window-System intensiv weiterentwickelt.
  Als herstellerunabhngiges System und durch die kostenlose
  Verfgbarkeit des Quellcodes des gesamten X-Window-Systems fand es bei
  den Anwendern eine groe Akzeptanz und somit eine schnelle
  Verbreitung.

  Die heutige Version 11, Release 6 (X11R6) des X-Window-Systems wird
  mittlerweile von fast allen bedeutenden Unix-Anbietern vertrieben und
  avancierte damit zum Industriestandard fr die Steuerung grafischer
  Benutzeroberflchen unter dem Betriebssystem Unix.

  Eine freie Implementierung des X-Window-Systems in der Version 11,
  Release 6 (X11R6) fr PC-basierte Rechner (ab i386) ist von einer
  Reihe von Programmierern entwickelt worden, die sich im Jahre 1992 zum
  XFree86-Team zusammenschlossen. Daraus entstand 1994 die nicht-
  kommerzielle Firma The XFree86 Project, Inc., die sich bis heute
  ausschlielich durch Spenden finanziert, mit dem Ziel, XFree86 einer
  breiten ffentlichkeit zur Verfgung zu stellen. Durch die sich
  anschlieende Mitgliedschaft im X-Konsortium erhielt man zustzlich
  die Mglichkeit, an der Weiterentwicklung des X-Window-Systems
  teilzuhaben.  Mittlerweile ist XFree86 fr eine Vielzahl
  unterschiedlicher Betriebssysteme frei erhltlich. Eine Version davon
  ist fr Linux (Intel x86, DEC Alpha/AXP und m68k) konzipiert und frei
  verfgbar. Sie enthlt alle erforderlichen Programme,
  Konfigurationsdateien, Bibliotheken sowie diverse Hilfsprogramme.


  2.2.  Konzept

  Das X-Window-System besitzt drei besondere Eigenschaften, die es von
  den anderen herkmmlichen grafischen Benutzeroberflchen
  unterscheidet. Dazu zhlen die Konzipierung und Realisierung als
  offenes System, die Client/Server-Architektur sowie als wichtigstes
  Merkmal die sogenannte Netzwerktransparenz.

  Durch die Herstellerunabhngigkeit und durch die freie Verfgbarkeit
  der kompletten Quelltexte konnte das X-Window-System im Gegensatz zu
  anderen kommerziellen grafischen Oberflchen von Anfang an als offenes
  System konzipiert werden. Neben Standardschnittstellen, die eine
  komfortable Entwicklung portabler und hardwareunabhngiger Software
  erlauben, untersttzt das System auch Schnittstellen fr
  herstellerspezifische Erweiterungen, um somit auch die Anbindung von
  spezieller Hardware zu ermglichen.

  Das X-Window-System unterscheidet aufgrund seiner spezifischen
  Architektur zwischen dem X-Server und den X-Clients. Der X-Server
  stellt ein Programm dar, das hardwareabhngig einen grafischen
  Bildschirm steuert.  Zustzlich stellt er das Bindeglied zwischen dem
  Benutzer und den verschiedenen X-Applikationen, den sogenannten X-
  Clients, dar, indem er Tastatureingaben bzw.  Mausbewegungen des
  Benutzers an die entsprechenden X-Clients leitet und die von ihnen
  zurckgelieferten, hardwareunabhngigen Ausgabeinformationen grafisch
  darstellt.

  Die Kommunikation zwischen dem Server und den Clients erfolgt
  ausschlielich ber das standardisierte X-Protokoll.  Dieses Protokoll
  ist so flexibel ausgelegt, da es mglich wird, den X-Server und die
  X-Clients nicht nur lokal auf einem Rechner zu halten, sondern sie auf
  beliebige Rechner in einem Netz zu verteilen. Durch diese
  Netzwerktransparenz besteht somit die Mglichkeit, rechenintensive
  Programme auf Maschinen mit den leistungsstrksten Prozessoren laufen
  zu lassen, Ein- und Ausgabe jedoch auf einer normalen Workstation im
  Netz durchzufhren. Bei einer entsprechend schnellen
  Netzwerkverbindung kann die Entfernung der beiden Rechner durchaus
  mehrere tausend Kilometer voneinander betragen, so da dies im
  Vergleich zu herkmmlichen grafischen Benutzeroberflchen kaum einen
  Performanceverlust mit sich bringt.

  Die Konzeption als offenes System, die Client/Server-Architektur und
  die Netzwerktransparenz sind natrlich auch integraler Bestandteil des
  XFree86-Systems, so da dem Linux-Anwender mit XFree86 ein
  hervorragendes X-Window-System zur Verfgung steht, das den Vergleich
  mit kommerziellen Systemen nicht scheuen mu.



  3.  Hardwarevoraussetzungen


  3.1.  Videochipstze und Grafikkarten

  Die aktuelle XFree86-Version 3.3.2, erschienen im Mrz 1998,
  untersttzt die weiter unten aufgefhrten Videochipstze.  Die der
  Grafikkarte beiliegende Dokumentation sollte Informationen ber den
  verwendeten Chipsatz enthalten. Beim Kauf einer neuen Grafikkarte bzw.
  eines neuen Rechners sollte darauf geachtet werden, da der
  entsprechende Chipsatz der Karte von XFree86 untersttzt wird. Fehlen
  diese Informationen, so kann mit Hilfe des Programms SuperProbe
  (Version 2.16), Bestandteil der XFree86-Distribution, der Chipsatz der
  Grafikkarte bestimmt werden. Dieser Vorgang wird weiter unten
  beschrieben.  Zustzlich besteht die Mglichkeit, den technischen
  Support des Herstellers der jeweiligen Grafikkarte zu kontaktieren, um
  die gewnschten Informationen zu erhalten.


  Momentan untersttzt XFree86 in der Version 3.3.2 folgende Chipstze:


     Ark Logic
        ARK1000PV, ARK1000VL, ARK2000PV, ARK2000MT


     Alliance
        AP6422, AT24


     ATI
        18800, 18800-1, 28800-2, 28800-4, 28800-5, 28800-6, 68800-3,
        68800-6, 68800AX, 68800LX, 88800GX-C, 88800GX-D, 88800GX-E,
        88800GX-F, 88800CX, 264CT, 264ET, 264VT, 264GT, 264VT-B, 264VT3,
        264GT-B, 264GT3 (Diese Liste schliet Mach8, Mach32, Mach64, 3D
        Rage, 3D Rage II und 3D Rage Pro ein.)


     Avance Logic
        ALG2101, ALG2228, ALG2301, ALG2302, ALG2308, ALG2401


     Chips & Technologies
        65520, 65530, 65540, 65545, 65520, 65530, 65540, 65545, 65546,
        65548, 65550, 65554, 65555, 68554, 64200, 64300


     Cirrus Logic
        CLGD5420, CLGD5422, CLGD5424, CLGD5426, CLGD5428, CLGD5429,
        CLGD5430, CLGD5434, CLGD5436, CLGD5440, CLGD5446, CLGD5462,
        CLGD5464, CLGD5465, CLGD5480, CLGD6205, CLGD6215, CLGD6225,
        CLGD6235, CLGD6410, CLGD6412, CLGD6420, CLGD6440, CLGD7541(*),
        CLGD7543(*), CLGD7548(*), CLGD7555(*)


     Digital Equipment Corporation
        TGA


     Compaq
        AVGA


     Genoa
        GVGA


     IBM
        8514/A (und Kopien), XGA-2


     IIT
        AGX-014, AGX-015, AGX-016



     Matrox
        MGA2064W (Millennium), MGA1064SG (Mystique und Mystique 220),
        MGA2164W (Millennium II PCI und AGP)


     MX MX68000(*), MX680010(*)


     NCR
        77C22(*), 77C22E(*), 77C22E+(*)


     Number Nine
        I128 (Serie I und II), Revolution 3D (T2R)


     NVidia-SGS Thomson
        NV1, STG2000, RIVA128


     OAK
        OTI067, OTI077, OTI087


     RealTek
        RTG3106(*)


     S3 86C911, 86C924, 86C801, 86C805, 86C805i, 86C928, 86C864, 86C964,
        86C732, 86C764, 86C765, 86C767, 86C775, 86C785, 86C868, 86C968,
        86C325, 86C357, 86C375, 86C375, 86C385, 86C988, 86CM65, 86C260


     SiS
        86C201, 86C202, 86C205


     Tseng
        ET3000, ET4000AX, ET4000/W32, ET4000/W32i, ET4000/W32p, ET6000,
        ET6100


     Trident
        TVGA8800CS, TVGA8900B, TVGA8900C, TVGA8900CL, TVGA9000,
        TVGA9000i, TVGA9100B, TVGA9200CXR, Cyber9320(*), TVGA9400CXi,
        TVGA9420, TGUI9420DGi, TGUI9430DGi, TGUI9440AGi, TGUI9660XGi,
        TGUI9680, Pro-Vidia 9682, ProVidia 9685(*), Cyber 9382, Cyber
        9385, Cyber 9388, 3DImage975(PCI), 3DImage985(AGP), Cyber 9397,
        Cyber 9520


     Video 7-Headland Technologies
        HT216-32(*)


     Weitek
        P9000


     Western Digital-Paradise
        PVGA1


     Western Digital
        WD90C00, WD90C10, WD90C11, WD90C24, WD90C24A, WD90C30, WD90C31,
        WD90C33
  (*) Die so markierten Chipstze besitzen entweder nur eine beschrnkte
  Untersttzung oder ihre Treiber werden nicht permanent gewartet.

  Grafikkarten mit den oben aufgefhrten Chipstzen werden von allen
  gngigen Bustypen untersttzt, und sie sind alle in der Lage, im
  Grafikmodus mindestens 256 verschiedene Farben darzustellen. Da
  Speicher heute recht gnstig verfgbar ist, verfgen eigentlich alle
  modernen Karten ber so viel Speicher, da sie auch mit 15, 16, 24
  oder 32 Bit Farbtiefe arbeiten knnen.  Allerdings ist die Bandbreite
  des gnstigen dynamischen Speichers fr hhere Farbtiefe nur begrenzt
  brauchbar, so da die Karten mit diesem Speichertyp bei hheren
  Farbtiefen, insbesondere bei 24 und 32 Bit, deutlich langsamer werden.
  Auch die Leistung der DA-Wandler, die das Signal fr den Monitor
  erzeugen, vieler gnstiger Grafikkarten ist bei hohen Farbtiefen
  beschrnkt, so da sich die Bildwiederholfrequenzen schnell in nicht
  mehr ergonomischen Regionen bewegen. Die Standard-Konfiguration
  betrgt 16 Bits je Bildpunkt. Das entspricht 65536 (2 hoch 16)
  verschiedenen Farben.

  Der Monochrom-Server untersttzt auch generische VGA-Grafikkarten,
  indem nur 64 kB des vorhandenen Videospeichers benutzt werden: Die
  Hyundai HGC1280, die Sigma Laserview sowie die Hercules-, die Visa-
  und die Apollo-Monochromkarten.

  Die XFree86-Distribution enthlt Chipsatz-spezifische README-Dateien,
  die detaillierte Informationen ber den Stand der Untersttzung jedes
  einzelnen Chipsatzes bereitstellen.

  Ein Problem, dem die XFree86-Entwickler gegenberstehen, besteht
  darin, da einige Grafikkartenhersteller keine Standardmechanismen zur
  Bestimmung der Bildpunkt-Taktfrequenz, mit der die Grafikkarte
  betrieben wird, bereitstellen. Einige dieser Firmen geben die
  Spezifikationen fr die Programmierung ihrer Grafikkarten nicht frei
  oder sie belegen die Karte mit einem besonderen Schutz, der
  verhindert, da diese Informationen ausgelesen werden knnen. Dies
  steht dem Gedanken der freien Verteilung bzw. Verbreitung der
  XFree86-Software offensichtlich entgegen, und das
  XFree86-Entwicklerteam ist daher nicht bereit, diesen Zustand zu
  untersttzen. Die Firma Diamond zum Beispiel begann erst mit der
  Version 3.1 von XFree86 die Zusammenarbeit mit dem Entwicklerteam zur
  Erstellung von frei verfgbaren Treibern fr ihre Grafikkarten.

  Es ist wichtig zu wissen, da auf den meisten Rechnern eine von der
  Performance eher durchschnittliche, beschleunigte SVGA-Grafikkarte
  signifikant schneller ist, als eine Standard-SVGA-Karte. Ein Linux-
  System mit einem XFree86-Server in der Version 3.1 auf einem
  80486DX2-PC mit 66 MHz, VESA Local-Bus (VLB) und einer S3-Grafikkarte
  (864-Chipsatz) mit 2 MB DRAM ist laut X-Benchmark um den Faktor 7
  schneller als eine Sun Sparc-IPX-Workstation. Die Version 3.3 von
  XFree86 erzielt einen noch greren Faktor.  Im allgemeinen ist
  XFree86 auf einem Linux-Rechner mit einer beschleunigten SVGA-
  Grafikkarte leistungsfhiger als eine kommerzielle Unix-Workstation.


  3.2.  Prozessor, Arbeitsspeicher und Plattenplatz


  Mindestens 4 MB physikalischer Speicher und 16 MB virtueller Speicher
  (z.B. 8 MB fr den physikalischen Bereich und 8 MB fr den
  Swapbereich) werden zum Betreiben von XFree86 bentigt. Man beachte,
  da mehr physikalischer Speicher ein Ein- und Auslagern von
  Speicherbereichen auf die bzw. von der Festplatte verhindert, wenn der
  Hauptspeicher des Systems knapp wird. Da der mit dem Swappen
  verbundene Zugriff auf die Festplatte deutlich langsamer ist als der
  Zugriff auf den Hauptspeicher, werden fr XFree86 mindestens 8 MB oder
  mehr RAM empfohlen. Ein System mit nur 4 MB RAM kann bis zu dem Faktor
  10 langsamer sein als eines mit 8 MB oder mehr.

  Eine empfohlene Hardwareausstattung, um XFree86 unter Linux
  komfortabel zu betreiben, ist ein PC mit einem i486-Prozessor und mit
  mindestens 16 MB Arbeitsspeicher sowie eine Grafikkarte mit einem der
  oben aufgefhrten Chipstze. Fr eine optimale Leistung ist eine
  beschleunigte Grafikkarte erforderlich, wie z.B. eine Karte mit einem
  S3-Chipsatz. Bevor eine teure Grafikkarte gekauft wird, sollte man
  sich in der XFree86-Dokumentation davon berzeugen, ob sie auch
  untersttzt wird. Benchmark-Tests zu den verschiedenen Grafikkarten
  unter XFree86 finden sich regelmig in folgenden Newsgruppen:


    comp.windows.x.i386unix

    de.comp.os.unix.linux.x

  Eine Standard-Installation des XFree86-Systems bentigt minimal ca.
  60-80 MB freien Plattenplatz. Dies beinhaltet den eigentlichen X-
  Server, Bildschirmschriften, Bibliotheken und Standard-Programme.
  Sollen der Standard-Installation noch weitere X-Applikationen
  hinzugefgt werden, die ein komfortables Arbeiten mit XFree86 erst
  ermglichen, so kann der hierzu bentigte Plattenplatz schnell auf
  200 MB und mehr anwachsen.



  4.  Installation von XFree86



  4.1.  Bezug der Distribution


  Die Linux-Distribution von XFree86 kann von diversen FTP-Servern
  bezogen werden. Auf dem FTP-Server von XFree86

       ftp.xfree86.org


  befindet sich die Distribution in dem Verzeichnis /pub/XFree86/3.3.2.
  Zur Zeit der Erstellung dieses Dokumentes lautet die aktuelle Version
  von XFree86 3.3.2; neuere Versionen werden regelmig folgen.

  In den gngigen Linux-Distributionen ist XFree86 bereits enthalten, so
  da der Bezug von einem FTP-Server entfllt, falls man nicht gerade
  eine sehr neue Grafikkarte gekauft hat, die von der XFree86-Version,
  die der eigenen Distribution beiliegt, noch nicht untersttzt wird.

  Falls XFree86 doch direkt per FTP bezogen werden soll, listet die
  nachfolgende Tabelle vier Server in Deutschland auf, die den FTP-
  Server der XFree86-Organisation regelmig spiegeln:


    ftp.gwdg.de:/pub/xfree86/XFree86

    ftp.cs.tu-berlin.de:/pub/X/XFree86

    ftp.uni-erlangen.de:/pub/Linux/MIRROR.xfree86

    ftp.uni-stuttgart.de:/pub/X11/Xfree86





  4.2.  Bentigte Dateien

  Fr die Installation von XFree86 in der Version 3.3.2 ist einer der
  folgenden Server erforderlich:


     X3328514.tgz
        Server fr die 8514-Grafikkarte


     X332AGX.tgz
        Server fr die AGX-Grafikkarte


     X332Ma64.tgz
        Server fr die Mach64-Grafikkarte


     X332Ma32.tgz
        Server fr die Mach32-Grafikkarte


     X332Ma8.tgz
        Server fr die Mach8-Grafikkarte


     X332Mono.tgz
        Server fr die Monochrom-Grafikkarte


     X332P9K.tgz
        Server fr die P9000-Grafikkarte


     X332S3.tgz
        Server fr die S3-Grafikkarte


     X332S3V.tgz
        Server fr die alte S3-ViRGE-Grafikkarte (besser den SVGA-Server
        benutzen)


     X332SVGA.tgz
        Server fr viele Super-VGA-Grafikkarten


     X332VG16.tgz
        Server fr die VGA-Grafikkarte (wird fr das Programm XF86Setup
        bentigt)


     X332W32.tgz
        Server fr die ET4000/W32- und ET6000-Grafikkarte

  Alle nachfolgenden Dateien sind sowohl fr eine Neuinstallation als
  auch fr ein Upgrade von Versionen vor 3.3.1 erforderlich:


     preinst.sh
        Skript fr die Installationsvorbereitung


     postinst.sh
        Skript fr die Installationsnachbereitung

     extract
        XFree86-Extrahierungsprogramm


     X332bin.tgz
        Rest der XFree86-Programme


     X332doc.tgz
        Dokumentation


     X332fnts.tgz
        Basis-Schriftarten (75dpi, misc und PEX)


     X332lib.tgz
        Zur Laufzeit bentigte Dateien


     X332man.tgz
        Manual-Seiten


     X332set.tgz
        XF86Setup-Programm


     X332VG16.tgz
        Server fr die VGA-Grafikkarte (wird fr XF86Setup bentigt)


     X3322upd.tgz
        XFree86 3.3.3 Patch 2

  Die folgende Datei ist fr eine neue Installation erforderlich, fr
  eine bereits bestehende optional:


     X332cfg.tgz
        Beispiel-Konfigurationsdateien fr xinit und xdm

  Bei einer bereits bestehenden Installation von XFree86 mit
  benutzerspezifischen xinit- oder xdm-Konfigurationsdateien besteht
  keine Notwendigkeit zur Benutzung dieser Datei, da bei einer erneuten
  Installation von X332cfg.tgz diese Dateien berschrieben werden.
  Mchte man trotzdem X332cfg.tgz installieren, sollten
  benutzerangepate xinit- bzw. xdm-Konfigurationsdateien zuvor
  gesichert werden.

  Die folgenden Dateien sind fr die Installation von XFree86 optional:



     X332f100.tgz
        100-dpi-Bildschirm-Schriftarten


     X332fcyr.tgz
        Kyrillische Bildschirm-Schriftarten


     X332fnon.tgz
        Zustzliche Schriftarten (chinesisch, japanisch, koreanisch und
        hebrisch)

     X332fscl.tgz
        Skalierte Schriftarten (Speedo und Type1)


     X332fsrv.tgz
        Server fr Bildschirm-Schriftarten und Konfigurationsdateien


     X332prog.tgz
        X-Header- und Konfigurationsdateien sowie Bibliotheken zur
        bersetzungszeit


     X332nest.tgz
        Besonderer Nested-X-Server


     X332vfb.tgz
        Virtueller Framebuffer-X-Server


     X332prt.tgz
        X-Print-Server


     X332lkit.tgz
        Server-Werkzeug fr benutzerdefinierte Einstellungen


     X332lk98.tgz
        Server-Werkzeug fr PC98-Server


     X332ps.tgz
        Dokumentation im PostScript-Format


     X332html.tgz
        Dokumentation im HTML-Format


     X332jdoc.tgz
        Japanische Dokumentation (Version 3.2 von XFree86)


     X332jhtm.tgz
        Japanische Dokumentation im HTML-Format (Version 3.2 von
        XFree86)


  4.3.

  Anleitung

  Das XFree86-Verzeichnis enthlt README-Dateien und
  Installationshinweise der jeweiligen aktuellen Version.

  Bei einer bereits installierten Version von XFree86 sollte bei einer
  Neuinstallation zuvor ein Backup (Sicherheitskopie) der bestehenden
  XFree86-Version erstellt werden, da die Standard-Installationsprozedur
  die alte Version berschreibt. Zur Erstellung der Sicherheitskopie
  wechselt man als Benutzer root in das Verzeichnis /usr/X11R6,
  archiviert und komprimiert es anschlieend:



  cd /usr/X11R6
  tar zcvf XFree86_Backup ./*




  Fr das Backup einer bereits bestehenden XFree86-Version werden ca.
  8 MB freier Plattenplatz bentigt.

  Bei einer Erstinstallation mu das Verzeichnis /usr/X11R6 vom Benutzer
  root erstellt werden:



       mkdir /usr/X11R6




  Anschlieend mu das Skript fr die Installationsvorbereitung
  preinst.sh ausgefhrt werden. Dieses Skript fhrt einige
  Routineberprfungen des bestehenden Linux-Systems durch, um zu
  testen, ob alle Versionen der bei der Installation von XFree86
  erforderlichen Systemkomponenten jeweils auf dem aktuellsten Stand
  sind. Bei Bedarf meldet die Testroutine, die entsprechenden
  Komponenten vor der Fortfhrung der Installation zu aktualisieren. Das
  Skript lscht auch nicht mehr bentigte Dateien und entfernt
  symbolische Links vorhergehender XFree86-Versionen, die bei einer
  Neuinstallation mglicherweise Probleme verursachen knnten.  Fr den
  Fortgang der Installation ist es nun erforderlich, da sich alle
  bentigten Dateien der XFree86-Distribution in einem temporren
  Verzeichnis, z.B. /tmp, befinden. Zur Ausfhrung des Skripts
  preinst.sh wechselt man dann in das Verzeichnis /usr/X11R6 und startet
  es anschlieend:


       cd /usr/X11R6
       sh /tmp/preinst.sh




  Nach erfolgreichem Abschlu der Installationsvorbereitungen mssen nun
  im nchsten Schritt die Zugriffsrechte des Installationsprogramms
  extract so gesetzt werden, da diese Datei auch ausfhrbar ist. Dazu
  wird folgendes Kommando ausgefhrt:


       chmod 755 /tmp/extract




  Das Programm extract wird bentigt, um die .tgz-Dateien der
  XFree86-Distribution zu entpacken (entkomprimieren und -archivieren).
  Die Dateiendung .tgz besagt, da es sich um eine gezipte-tar-Datei
  handelt, d.h.  ihr Inhalt ist archiviert und komprimiert. Man beachte,
  da das normalerweise verwendete Standard-Unix-Programm tar zur
  Installation der XFree86-Distribution nicht geeignet ist. Das Programm
  extract ist eine fr die Besonderheiten der XFree86-Installation modi
  fizierte Variante des GNU tar-Kommandos der Version 1.12. Daher ist es
  unbedingt erforderlich, dieses Programm zum Entpacken der notwendigen
  Dateien der Distribution zu verwenden. Auch darf diese Datei nicht
  umbenannt werden, da sie sich sonst wie das Standard-Programm tar
  verhlt.

  Mit Hilfe des Programms extract werden die .tgz-Dateien der
  XFree86-Distribution als Benutzer root wie folgt extrahiert:



       cd /usr/X11R6
       /tmp/extract /tmp/X332[8-z]*.tgz
       /tmp/extract /tmp/X3322upd.tgz




  Das Meta-Zeichen in Dateinamen [...]  steht fr Eins der in der
  Klammer vorkommenden Zeichen; [8-z] steht hier fr den Bereich von
  Zeichen 8 mit ASCII-Wert 56 fortlaufend bis zu Zeichen z mit ASCII-
  Wert 122.

  Man beachte, da die Update-Datei X3322upd.tgz separat zum Schlu
  extrahiert wird, da sie diverse Bibliotheken (X11, Xt, Xaw und Xmu)
  sowie das xterm-Programm mit aktuellen Versionen, die vornehmlich
  neuen Sicherheitsvorkehrungen dienen, berschreibt.

  Nach erfolgreicher Extrahierung der .tgz-Dateien wird das Skript fr
  die Installationsnachbereitung postinst.sh ausgefhrt:



       cd /usr/X11R6
       sh /tmp/postinst.sh




  Das Skript aktualisiert das Schriftarten-Verzeichnis in
  /usr/X11R6/lib/X11/fonts/misc und installiert, falls erforderlich,
  neue terminfo-Eintrge fr die aktuelle Version des Programms xterm.

  Nach der Ausfhrung des Nachbereitungsskriptes postinst.sh mu der
  Link /usr/X11R6/bin/X so gesetzt werden, da er auf die Datei des
  zuwendenden Servers zeigt.  Soll z.B. der SVGA-Server benutzt werden,
  so wird /usr/X11R6/bin/XF86_SVGA nach /usr/bin/X11/X gelinkt. Falls
  dagegen der Monochrom-Server verwendet werden soll, findet folgendes
  Kommando Verwendung:



       ln -sf /usr/X11R6/bin/XF86_MONO /usr/X11R6/bin/X




  Entsprechendes gilt bei der Verwendung eines anderen Servers.

  Falls Unklarheit ber den verwendeten Server bzw. ber den Chipsatz
  der Grafikkarte besteht, kann hier das Programm SuperProbe
  weiterhelfen. Es befindet sich in dem Verzeichnis /usr/X11R6/bin und
  bestimmt den Chipsatz der Grafikkarte und andere wichtige
  Informationen, die fr eine sptere Referenz notiert werden sollten.

  Als nchster Schritt mu das Verzeichnis /usr/X11R6/bin mit in den
  Suchpfad aufgenommen werden, falls dieses sich nicht bereits im
  Suchpfad befindet.  Dazu kann bei Verwendung der Bash-Shell die
  Systemdatei /etc/profile ediert werden oder es wird einfach das
  Verzeichnis dem persnlichen Suchpfad beigefgt, indem die
  benutzereigene Konfigurationsdatei der Bash-Shell ~/.bashrc
  modifiziert wird.
  Zum Abschlu der Installation mu sichergestellt werden, da der
  Linker ld.so das Verzeichnis /usr/X11R6/lib lokalisieren kann. Hierzu
  wird die Zeile /usr/X11R6/lib der Datei /etc/ld.so.conf hinzugefgt
  und anschlieend als Benutzer root das Programm /sbin/ldconfig
  gestartet:



       /sbin/ldconfig




  Mit der erfolgreichen Ausfhrung des Programms /sbin/ldconfig ist die
  Installationsphase abgeschlossen und es kann nun mit der Konfiguration
  von XFree86 begonnen werden.



  5.  Konfiguration von XFree86


  Das Einrichten von XFree86 ist in den meisten Fllen unproblematisch.
  Bei der Verwendung von Hardware, deren Treiber sich noch in der
  Entwicklung befinden oder beim Wunsch, die beste Leistung bzw.
  Auflsung mit einer beschleunigten Grafikkarte zu erzielen, kann sich
  die Konfiguration von XFree86 als sehr zeitaufwendig erweisen.

  Dieses Kapitel beschreibt die Erstellung und Bearbeitung der Datei
  XF86Config, die den XFree86-Server konfiguriert. In den meisten Fllen
  hat es sich bewhrt, mit einer Basiskonfiguration fr XFree86 zu
  starten, die eine Standardauflsung von 640x480 Bildpunkten einstellt
  und von fast allen Grafikkarten und Monitoren untersttzt wird.
  Arbeitet XFree86 erst einmal mit einer Standardauflsung, so kann die
  Konfiguration jederzeit erweitert werden, um smtliche Fhigkeiten der
  Videohardware auszunutzen. Dahinter verbirgt sich die Idee, zu
  berprfen, ob XFree86 berhaupt auf dem System funktioniert und ob
  die Installation auch nicht fehlerhaft ist.

  Zustzlich zu dieser HOWTO sollten die folgenden Dokumente gelesen
  werden:



    Die XFree86-Dokumentation.  Sie befindet sich in dem Paket
     X332doc.tgz und liegt in dem Verzeichnis /usr/X11R6/lib/X11/doc.

    Das XFree86-Tutorial.  Es befindet sich in der Datei README.Config.

    Videochipsatz-Informationen.  Zu mehreren Chipstzen existieren
     eigene README-Dateien, wie z.B.: README.Cirrus und README.S3, die
     sich in dem oben genannten Verzeichnis befinden.

    Die Manual-Seiten von XFree86.

    Die Manual-Seiten von XF86Config, XF86Setup und xvidtune.

    Die Manual-Seiten ber den benutzten Server, wie z.B.  XF86_SVGA
     oder XF86_S3.


  Die Haupt-Konfigurationsdatei ist /usr/X11R6/lib/X11/XF86Config. Sie
  enthlt Informationen ber die Maus, die Grafikkarte, den Monitor usw.
  Die mit der XFree86-Distribution bereitgestellte Datei XF86Config.eg
  enthlt eine Beispielkonfiguration, die als Ausgangspunkt fr die
  eigene Konfiguration benutzt werden kann. Dazu wird sie nach
  XF86Config kopiert.

  Die XF86Config-Manual-Seite erlutert das Format dieser Datei im
  Detail. Bevor mit diesem Dokument fortgefahren wird, sollte die
  Manual-Seite gelesen werden.

  Nachfolgend wird eine Muster-XF86Config-Datei schrittweise
  vorgestellt. Diese Datei kann sich von der Beispieldatei, die in der
  XFree86-Distribution enthalten ist, unterscheiden, aber ihre Struktur
  ist dieselbe.

  Man beachte, da das Dateiformat von XF86Config mit jeder Version von
  XFree86 wechseln kann. Diese Angaben beziehen sich auf die
  XFree86-Version 3.3.2.

  Ferner sollte auch der Versuch unterbleiben, die hier aufgelistete
  Konfigurationsdatei auf das eigene System zu kopieren und anschlieend
  zu benutzen. Eine Konfigurationsdatei, die nicht mit der verwendeten
  Hardware korrespondiert, kann Schaden an ihr anrichten. Berichten
  zufolge sind Monitore (besonders Festfrequenz-Monitore) bei der
  Benutzung einer unkorrekt konfigurierten XF86Config-Datei beschdigt
  bzw. zerstrt worden. Der Grundsatz lautet also: Vor der Benutzung
  einer XF86Config-Datei sicherstellen, da sie mit der verwendeten
  Hardware korrespondiert.

  Jeder Abschnitt einer XF86Config-Datei wird von dem folgenden
  Zeilenpaar umgeben:



       Section "section-name"
         ...
       EndSection




  Der erste Abschnitt der XF86Config-Datei ist Files, der wie folgt
  aussieht:



       Section "Files"
           RgbPath     "/usr/X11R6/lib/X11/rgb"
           FontPath    "/usr/X11R6/lib/X11/fonts/misc:unscaled"
           FontPath    "/usr/X11R6/lib/X11/fonts/misc"
           FontPath    "/usr/X11R6/lib/X11/fonts/75dpi:unscaled"
           FontPath    "/usr/X11R6/lib/X11/fonts/75dpi"
       EndSection




  Die RgbPath-Zeile setzt den Pfad zu der X11R6-RGB-Farbdatenbank. Jede
  FontPath-Zeile zeigt auf das jeweilige Verzeichnis mit den
  entsprechenden X11-Schriftarten. Im allgemeinen besteht kein Grund,
  diese Zeilen zu ndern, falls man nicht gerade ein neues Verzeichnis
  fr weitere Schriftarten anlegen mchte. Fr jedes Verzeichnis in
  /usr/X11R6/lib/X11/fonts sollte ein Eintrag in der Sektion Files zu
  finden sein.

  Der nchste Abschnitt lautet ServerFlags, der verschiedene globale
  Flags des Servers spezifiziert. Er enthlt im allgemeinen keinen
  Eintrag.


       Section "ServerFlags"
       # Diese Option erzeugt genau an der Stelle einen core
       # dump, an der das entsprechende Signal empfangen wurde.
       # Dieses lt die Konsole eventuell in einem unbenutz-
       # baren Zustand zurck, kann jedoch das Debuggen mit
       # diesem core dump erleichtern.
       #    NoTrapSignals

       # Diese Option schaltet die Mglichkeit ab, den X11-
       # Server mit <Strg><Alt><Backspace> abzubrechen.
       #    DontZap
       EndSection




  Alle Zeilen innerhalb der Sektion sind daher mit Hilfe des
  Nummernzeichens # auskommentiert.

  Der folgende Abschnitt Keyboard beschreibt die Standardeinstellungen
  fr die Tastatur.



       Section "Keyboard"
           Protocol    "Standard"
           XkbRules    "xfree86"
           XkbModel    "pc102"
           XkbLayout   "de"
           XkbVariant  "nodeadkeys"
       EndSection




  Fr eine Modifizierung der Tastatureinstellungen mit Hilfe
  zustzlicher Optionen wird auf die Datei XF86Config hingewiesen. Die
  oben angegebenen Werte funktionieren auf den meisten Systemen.

  Die Parameter fr die Maus werden im nchsten Abschnitt spezifiziert.



       Section "Pointer"
           Protocol    "MouseSystems"
           Device      "/dev/mouse"

       # Baudrate und SampleRate werden nur fr einige Muse
       # von Logitech verwendet.
       #    BaudRate   9600
       #    SampleRate 150

       # Emulate3Buttons ist eine Option fr Microsoft Muse
       # mit nur 2 Tasten
       #    Emulate3Buttons

       # ChordMiddle ist eine Option fr einige 3-Tasten Muse
       # von Logitech
       #    ChordMiddle
       EndSection




  Von anfnglicher Bedeutung sind hier die beiden Optionen: Protocol und
  Device. Protocol spezifiziert das von der Maus verwendete Protokoll,
  nicht aber die Marke der Maus. Gltige Protokolltypen sind:


    BusMouse

    Logitech

    Microsoft

    MMSeries

    Mouseman

    MouseSystems

    PS/2

    MMHitTab

  Man beachte, da unter Linux zustzliche Typangaben fr andere
  Betriebssysteme verfgbar sind.  Die Auswahl BusMouse sollte bei einer
  Logitech-Busmaus verwendet werden. Ferner sollte man beachten, da
  ltere Logitech-Muse das Logitech-, dagegen neuere Modelle entweder
  das Microsoft- oder das Mouseman-Protokoll benutzen. Dies ist ein
  Grund, warum das Protokoll nichts mit der Mausmarke zu tun hat.

  Die Auswahl Device beschreibt die Schnittstelle, an der die Maus
  angeschlossen ist. Bei den meisten Linux-Systemen ist dies /dev/mouse.
  Gewhnlich ist /dev/mouse ein Link auf die passende serielle
  Schnittstelle (z.B. /dev/ttyS0) fr serielle Muse bzw. die passende
  Schnittstelle fr Busmuse. Auf jeden Fall sollte man sich berzeugen,
  da die im Device-Abschnitt angegebene Gertedatei existiert.

  Der nchste Abschnitt lautet Monitor und beschreibt die Kenndaten des
  Monitors. Er kann, wie andere Sektionen in der XF86Config-Datei auch,
  mehrmals auftreten. Dies ist ntzlich, falls mehrere Monitore an ein
  System angeschlossen sind oder die gleiche XF86Config-Datei unter
  verschiedenen Hardware-Konfigurationen benutzt werden soll. Gewhnlich
  wird nur ein einzelner Monitor-Abschnitt verwendet.



       Section "Monitor"
           Identifier  "CTX 5468 NI"

           # Diese Werte sind nur fr einen CTX 5468NI Monitor!
           # Versuchen sie nicht, diese Werte fr ihren Monitor
           # zu verwenden, wenn sie nicht wirklich dieses
           # Modell haben sollten.

           Bandwidth    60
           HorizSync    30-38,47-50
           VertRefresh  50-90

           # Modes: Name       dotclock horiz                vert

           ModeLine "640x480"  25       640 664 760 800      480 491 493 525
           ModeLine "800x600"  36       800 824 896 1024     600 601 603 625
           ModeLine "1024x768" 65       1024 1088 1200 1328  768 783 789 818
       EndSection




  Der Identifier-Eintrag kennzeichnet den Monitor mit einem Namen. Er
  ist frei whlbar (jede gltige Zeichenkette) und wird in einer
  spteren Sektion der XF86Config-Datei als Verweis auf den Monitor-
  Abschnitt verwendet.

  HorizSync spezifiziert die gltigen horizontalen
  Synchronisationsfrequenzen des Monitors in kHz. Bei Multisync-
  Monitoren knnen dies ein oder mehrere, durch Komma getrennte
  Intervalle sein. Bei Festfrequenz-Monitoren ist es eine Reihe von
  festen Werten, wie z.B.:


       HorizSync    31.5, 35.2, 37.9, 35.5, 48.95




  Das Monitorhandbuch sollte im Abschnitt Technische Spezifikationen
  die entsprechenden Werte auflisten.  Falls dies nicht der Fall ist,
  kann man versuchen, die bentigten Informationen beim Monitorher
  steller mittels WWW oder beim Hndler selbst zu bekommen.

  VertRefresh gibt die gltigen vertikalen Refresh-Raten oder vertikalen
  Synchronisationsfrequenzen des Monitors in Hz an. Dies kann, wie schon
  bei HorizSync, ein Intervall oder eine Liste fester Werte sein. Auch
  hier sollte das Handbuch die entsprechenden Angaben aufweisen.

  Mit Hilfe der HorizSync- und VertRefresh-Eintrge wird berprft, ob
  sich die angegebenen Bildschirmauflsungen in einem gltigen Bereich
  befinden. Dadurch wird die Mglichkeit reduziert, den Monitor beim
  Betreiben einer unzulssigen bzw. zu hohen Frequenz, fr die er nicht
  ausgelegt ist, zu zerstren.

  Die ModeLine-Zeile wird zur Spezifizierung der einzelnen Auflsungen
  des Monitors benutzt. Das Format von Modeline ist:



       ModeLine Name dot-clock horiz-Werte vert-Werte




  Name ist eine willkrliche Zeichenkette. Sie dient in der Datei zur
  Referenzierung auf den jeweiligen Auflsungsmodus. Dot-clock
  bezeichnet die benutzte Bildpunkt-Taktfrequenz. Die Frequenz wird
  gewhnlich in MHz angegeben und gibt die Anzahl der von einer
  Grafikkarte an den Monitor ausgesendeten Bildpunkte je Sekunde bei
  dieser Auflsung an. Je vier Werte fr horiz und vier Werte fr vert
  spezifizieren den Bildschirmaufbau, d.h., sie geben die Anzahl der
  Bildpunkte an, bei der der Elektronenstrahl eine Zeile anzeigt, eine
  Beruhigungsphase und den Synchronisationsimpuls durchluft.


  Zur Bestimmung der ModeLine-Werte fr den entsprechenden Monitor sei
  auf die Datei VideoModes.doc verwiesen, die zum Umfang der
  XFree86-Distribution gehrt. Das Dokument beschreibt detailliert, wie
  diese Werte fr jede vom Monitor untersttzte Auflsung ermittelt
  werden knnen. Zu allererst mu sichergestellt sein, da der
  angegebene dot-clock-Wert auch mit einer von der Grafikkarte
  verwendeten Bildpunkt-Taktfrequenz korrespondiert. Man beachte, da
  nur solche Videomodi verwendet werden knnen, deren Bildpunkt-
  Taktfrequenz von der Grafikkarte untersttzt wird. Im weiteren Verlauf
  der XF86Config-Datei werden die Bildpunkt-Taktfrequenzen weiter
  spezifiziert.

  Zwei Dateien der XFree86-Distribution enthalten Daten fr die
  ModeLine-Zeilen des zu verwendenden Monitors.  Diese Dateien heien:
  modeDB.txt bzw.  Monitors und befinden sich beide im Verzeichnis
  /usr/X11R6/lib/X11/doc.

  Anfnglich ist es empfehlenswert, mit Modeline-Werten des VESA-
  Standards zu beginnen, da die meisten Monitore die VESA-Auflsungen
  untersttzen. Die Datei modeDB.txt enthlt Werte fr die verschiedenen
  VESA-Standardauflsungen, und ihre Eintrge sehen z.B. wie folgt aus:



       # 640x480@60Hz Non-Interlaced Modus
       # Horizontal Sync = 31.5kHz
       # Timing: H=(0.95us, 3.81us, 1.59us)
       #         V=(0.35ms, 0.064ms, 1.02ms)
       #
       # Name        clock   horizontales Timing   vertikales Timing     flags
         "640x480"   25.175  640  664  760  800    480  491  493  525




  Dies ist der VESA-Standard fr den 640x480-Videomodus. Er benutzt eine
  Bildpunkt-Taktfrequenz von 25,175, die die Grafikkarte untersttzen
  mu, um diesen Modus zu benutzen (spter mehr dazu). Um diesen Eintrag
  in der XF86Config-Datei zu benutzen, mu die nachfolgende Zeile
  eingefgt werden:



       ModeLine "640x480" 25.175 640 664 760 800 480 491 493 525




  Man beachte, da der Name der Zeile 640x480 eine frei whlbare
  Zeichenkette darstellt. Nach Konvention sollte er die verwendete
  Auflsung bezeichnen. Fr Name kann theoretisch auch jede andere
  Zeichenkette gewhlt werden, die den Modus beschreibt.

  Fr jede benutzte ModeLine-Zeile berprft der Server, ob die Angaben
  des Modus innerhalb des Gltigkeitsbereichs von Bandwidth
  (Bandbreite), HorizSync und VertRefresh liegen. Falls sie nicht im
  gltigen Bereich liegen, werden die jeweiligen ModeLine-Zeilen vom
  X11-Server ignoriert.

  Stellt sich heraus, da die Werte fr die VESA-Standardmodi nicht
  funktionieren, so enthalten die Dateien modeDB.txt und Monitors
  spezifische Eintrge fr viele verschiedene Monitortypen. Auf Basis
  der Eintrge aus diesen beiden Dateien knnen eigene Werte kreiert
  werden. Man sollte jedoch nur dem Monitormodell entsprechende Werte
  benutzen. Man beachte, da jeder Monitor nur eine bestimmte maximale
  Auflsung darstellen kann. Hier sollte man sich nicht nur auf die
  Herstellerangaben verlassen, da diese Angaben oft bertrieben sind.
  Rein physikalisch kann ein 15-Zoll-Monitor maximal 800x600 scharf
  darstellen. Hhere Auflsungen fhren dazu, da das Bild unscharf
  wird. Bei 17-Zoll-Monitoren sind maximal 1280x1024 zu empfehlen.

  Sind an dieser Stelle immer noch keine gltigen Werte fr den Monitor
  gefunden, kann man den Instruktionen aus der der XFree86-Distribution
  beigefgten Datei VideoModes.doc folgen, um ModeLine-Werte aus den im
  Monitor-Handbuch aufgelisteten Spezifikationen selber zu generieren.
  Die Datei VideoModes.doc beschreibt auerdem sehr ausfhrlich das
  Format einer ModeLine-Direktive sowie andere Aspekte des
  XFree86-Servers.


  Sind die bernommenen oder selbergenerierten ModeLine-Werte noch nicht
  ganz perfekt, so ist es mglich, durch ein geringes Modifizieren der
  Werte das gewnschte perfekte Resultat zu erhalten. Ist z.B. whrend
  des XFree86-Betriebes das Monitorbild ein wenig verschoben oder
  scheint es zu laufen, so kann man gem der Anleitung in der Datei
  VideoModes.doc versuchen, diese Werte zu verbessern. Auch sollten die
  Einstellregler des Monitors berprft werden. In vielen Fllen ist es
  nur notwendig, die horizontale oder vertikale Bildschirmgre nach dem
  Start von XFree86 zu ndern, um das Bild zu zentrieren und auf eine
  passende Gre anzuordnen. Das Vorhandensein der Kontrollregler an der
  Frontseite des Monitors macht das Leben sicherlich leichter.


  Man sollte weder Monitor-Frequenzen noch ModeLine-Werte von Monitoren
  benutzen, die nicht dem zu verwendenden Modell entsprechen. Versucht
  man dennoch, den Monitor mit einer Frequenz anzusteuern, fr die er
  nicht konzipiert ist, so besteht die Gefahr, ihn zu beschdigen oder
  ihn gar zu zerstren.


  Der nchste Abschnitt der Konfigurationsdatei XF86Config ist Device,
  der die Parameter der Grafikkarte kennzeichnet. Hier ein Beispiel:



       Section "Device"
           Identifier "#9 GXE 64"

           # bisher nichts; wir werden diese spter mit
           # Optionen fllen
       EndSection




  Die Sektion definiert die Eigenschaften fr eine bestimmte
  Grafikkarte. Identifier ist wieder eine frei whlbare Zeichenkette,
  die die Karte beschreibt. Auch hier wird der Name fr einen spteren
  Verweis benutzt.

  Anfnglich braucht auer Identifier nichts in diesen Abschnitt
  eingetragen zu werden. Das liegt daran, da der X-Server dazu benutzt
  wird, die Eigenschaften der Grafikkarte selber zu ermitteln.
  Anschlieend knnen die so gefundenen Werte in die Device-Sektion
  eingetragen werden. Der X-Server ist nmlich in der Lage, den
  Videochipsatz, die Bildpunkt-Taktfrequenzen, den RAMDAC sowie die
  Gre des Videospeichers auf der Grafikkarte festzustellen.

  Bevor diese Werte jedoch zu ermitteln sind, mu die XF86Config-Datei
  durch den letzten Abschnitt komplettiert werden. Er lautet Screen und
  spezifiziert die Kombination von Monitor und Grafikkarte fr die
  Benutzung eines bestimmten Servers.














  Section "Screen"
      Driver     "Accel"
      Device     "#9 GXE 64"
      Monitor    "CTX 5468 NI"
      Subsection "Display"
          Depth      16
          Modes      "1024x768" "800x600" "640x480"
          ViewPort   0 0
          Virtual    1024 768
      EndSubsection
  EndSection




  Die Zeile Driver beschreibt den zu benutzenden X-Server. Gltige
  Angaben fr Driver sind:

    Accel: Fr die XF86_S3-, XF86_Mach64-, XF86_Mach32-, XF86_Mach8-,
     XF86_8514-, XF86_P9000-, XF86_AGX- und XF86_W32-Server.

    SVGA: Fr den XF86_SVGA-Server.

    VGA16: Fr den XF86_VGA16-Server.

    VGA2: Fr den XF86_Mono-Server.

    Mono: Fr die Nicht-VGA-Monochrom-Treiber der XF86_Mono- und
     XF86_VGA16-Server.

  Es sollte sichergestellt sein, da ein symbolischer Link von
  /usr/X11R6/bin/X auf den zu benutzenden Server zeigt.

  Die Device-Zeile spezifiziert den Identifier der Device-Sektion, der
  mit der verwendeten Grafikkarte korrespondiert. In dem oben
  angegebenen Device-Abschnitt ist die Zeile



       Identifier "#9 GXE 64"




  eingetragen worden. Daher wird in dieser Sektion die Zeichenkette #9
  GXE 64 in die Device-Zeile gestellt.

  hnliches geschieht mit der Zeile Monitor. Sie verweist auf den
  Identifier "CTX 5468 NI" aus der oben beschriebenen Monitor-Sektion.

  Der Unterabschnitt Display definiert verschiedene Eigenschaften des
  XFree86-Servers mit der Kombination aus Monitor und Grafikkarte. Die
  XF86Config-Datei beschreibt diese Optionen sehr detailliert. Die
  meisten davon sind jedoch wie der Zuckergu auf einem Kuchen und
  daher nicht notwendig, um ein System zum Laufen zu bekommen.

  Die wichtigsten Optionen sind:

     Depth
        Definiert die Farbtiefe, d.h. die Anzahl Bits je Bildpunkt. Der
        Standardwert betrgt 8. Ein VGA-Server benutzt eine Farbtiefe
        von 4 und ein Monochrom-Server eine Farbtiefe von 1. Bei der
        Benutzung einer beschleunigten Grafikkarte mit gengend
        Speicher, um mehr Bits je Bildpunkt zu untersttzen, kann der
        Wert auf 16, 24 oder 32 gesetzt werden. Falls dabei Probleme
        auftreten, sollte der Wert auf 8 zurckgesetzt werden. Spter
        kann man dann versuchen, das Problem zu beheben. Der 24 Bit-
        Modus sollte keine Verwendung finden, da damit einige bekannte
        Programme wie netscape Probleme haben. Statt dessen sollte der
        32 Bit-Modus verwendet werden, wenn eine Echtfarbendarstellung
        bentigt wird.


     Modes
        Dies ist die Liste mit Namen der verschiedenen Videomodi, die
        durch die Verwendung der ModeLine-Direktive in der Monitor-
        Sektion definiert worden sind. In dem oben aufgefhrten
        Abschnitt sind ModeLine-Zeilen "1024x768", "800x600" und
        "640x480" benannt. Deswegen stellt sich die Zeile Modes wie
        folgt dar:


          Modes    "1024x768" "800x600" "640x480"




     Der zuerst angegebene Modus in dieser Zeile wird standardmig nach
     dem Start von XFree86 eingestellt.  Whrend des Betriebes von
     XFree86 kann mit Hilfe der Tastenkombination Strg-Alt-numerisch +
     und Strg-Alt-numerisch - zwischen den angegebenen Modi gewechselt
     werden.

     Es hat sich bei der Erstkonfiguration von XFree86 vorteilhaft
     erwiesen, einen Videomodus mit einer niedrigen Auflsung, wie z.B.
     640x480, zu benutzen, da sich diese Auflsung auf den meisten
     Systemen problemlos darstellen lt. Ausgehend von dieser
     Basiskonfiguration kann anschlieend die Datei XF86Config
     modifiziert werden, um auch hhere Auflsungen zu erzielen.


     Virtual
        Kennzeichnet die Gre des virtuellen Desktops. XFree86 besitzt
        die Fhigkeit, zustzlichen Speicher der Grafikkarte fr die
        Vergrerung der Oberflche zu benutzen. Bewegt sich der
        Mauszeiger ber den Bildschirmrand hinaus, so verschiebt sich
        der Ausschnitt und der zustzliche Bereich wird sichtbar. Bei
        einer Bildschirmauflsung von z.B. 800x600 Bildpunkten kann
        Virtual auf die von der Grafikkarte maximal untersttzten
        Auflsung gesetzt werden. Eine Grafikkarte mit 1 MB RAM
        untersttzt 1024x768 Bildpunkte mit einer Farbtiefe von 8 Bits
        je Bildpunkt, eine Karte mit 2 MB RAM dagegen 1280x1024
        Bildpunkte bei einer Farbtiefe von 8 Bits je Bildpunkt oder
        1024x768 Bildpunkte bei einer Farbtiefe von 16 Bits je
        Bildpunkt. Selbstverstndlich kann der gesamte virtuelle Desktop
        nicht auf einmal dargestellt werden, dennoch kann man ihn
        insgesamt benutzen.



        Die Virtual-Option stellt eine gute Mglichkeit dar, um den
        Speicher der Grafikkarte nutzbar zu machen.  Dennoch ist sie
        ziemlich begrenzt und bietet kaum Bedienungsmglichkeiten. Zur
        Nutzung eines wahren virtuellen Desktop sollte statt dessen
        fvwm2 oder ein hnlicher Fenstermanager benutzt werden. fvwm2
        bietet die Mglichkeit zur Darstellung beliebig vieler
        virtueller Bildschirme, zwischen denen mit Hilfe des
        Desktopmanagers umgeschaltet werden kann. So braucht nur der
        aktuelle Bildschirm und nicht der gesamte Desktop in den
        Speicher der Grafikkarte gestellt zu werden. Fr weitere Details
        sollte die Manual-Seite ber fvwm2 herangezogen werden. Die
        meisten Linux-Systeme setzen standardmig fvwm2 als
        Fenstermanager ein.


     ViewPort
        Setzt bei Benutzung der oben beschriebenen Virtual-Option die
        Koordinaten der linken, oberen Ecke des virtuellen Desktops beim
        Start von XFree86. Standardkoordinaten fr Virtual sind oft 0 0.
        Werden fr Virtual keine Angaben gemacht, erhlt man einen zum
        virtuellen Desktop zentrierten Bildschirmausschnitt.

  Fr diese Sektion existieren noch viele andere Optionen.  Eine
  komplette Beschreibung enthlt die Manual-Seite zu XF86Config. Fr die
  anfngliche Konfiguration von XFree86 sind diese Optionen aber nicht
  notwendig.


  6.  Spezifikation der Grafikkarte

  Die XF86Config-Datei ist bis auf die vollstndigen Informationen ber
  die Grafikkarte soweit fertiggestellt.  Zur Ermittlung dieser
  restlichen Informationen wird der X-Server selber herangezogen. Die so
  gewonnenen Spezifikationen der Grafikkarte werden anschlieend in die
  XF86Config-Datei eingetragen.

  Anstatt den X-Server zur Ermittlung der Informationen zu starten,
  knnen auch die Dateien modeDB.txt, AccelCards sowie Devices benutzt
  werden.  Sie enthalten die entsprechenden XF86Config-Werte fr eine
  Vielzahl von Grafikkarten und befinden sich in dem Verzeichnis
  /usr/X11R6/lib/X11/doc. Zustzlich existieren verschiedene README-
  Dateien fr bestimmte Chipstze. Die in diesen Dateien gefundenen
  Informationen ber die zu verwendende Grafikkarte mit Bildpunkt-
  Taktfrequenzen, Chipsatz usw. knnen in der Konfigurationsdatei
  XF86Config natrlich benutzt werden. Fehlende Spezifikationen sind mit
  der nun nachfolgend beschriebenen Methode zu ermitteln.

  Als Beispiel dient die Konfiguration einer #9 GXE 64-Grafikkarte, die
  ber einen S3-Chip verfgt und deshalb den XF86_S3-Server benutzt.
  Die hier beschriebene Methode kann auch auf jede andere Karte
  angewendet werden.

  Zuerst mu der von der Grafikkarte benutzte Chipsatz bestimmt werden.
  Dazu kann man das Programm SuperProbe verwenden, das sich im
  Verzeichnis /usr/X11R6/bin befindet. Man beachte, da der Name des
  Chipsatzes, so wie er von dem X-Server verwendet wird, erforderlich
  ist. Um ihn zu ermitteln, wird das Kommando

       X -showconfig


  eingegeben, das smtliche dem X-Server bekannten Chipsatznamen auflis
  tet. Die Manual-Seiten fr den entsprechenden X-Server enthalten auch
  diese Namen. Fr den beschleunigten XF86_S3-Server erhlt man z.B. mit
  Hilfe von X -showconfig folgende Informationen:


       XFree86 Version 3.3.2 / X Window System
       (protocol Version 11, revision 0, vendor release 6000)
       Operating System: Linux
       Configured drivers:
         S3: accelerated server for S3 graphics adaptors (Patchlevel 0)
             mmio_928, s3_generic





  Die gltigen Chipsatznamen fr diesen Server lauten mmio_928 und
  s3_generic. Die XF86_S3-Manual-Seite beschreibt diese Chipstze und
  welche Grafikkarten sie benutzen. Im Fall der #9 GXE 64-Grafikkarte
  wird mmio_928 verwendet.

  Falls der Chipsatzname noch unbekannt ist oder Zweifel bestehen,
  welcher auszuwhlen ist, kann wiederum der X-Server benutzt werden, um
  ihn zu ermitteln. Bei der Verwendung der Bash-Shell wird das Kommando
  durch


       X -probeonly > /tmp/x.out 2>&1




  gestartet. Wird dagegen die C-Shell benutzt, so mu


       X -probeonly &> /tmp/x.out




  eingegeben werden.

  Das Kommando sollte abgesetzt werden, solange das System noch nicht
  geladen ist, d.h., solange sich keine andere Aktivitt im System
  ereignet. Da der Befehl auch die Bildpunkt-Taktfrequenzen der
  Grafikkarte ermittelt, knnen zustzliche Systembelastungen das
  Ergebnis verflschen.

  Die von dem oben angegebenen Kommando erzeugte Ausgabe, die sich in
  der Datei /tmp/x.out befindet, enthlt z.B.  die folgenden Zeilen:


       XFree86 Version 3.3.2 / X Window System
       (protocol Version 11, revision 0, vendor release 6000)
       Operating System: Linux
       Configured drivers:
         S3: accelerated server for S3 graphics adaptors (Patchlevel 0)
             mmio_928, s3_generic
          ...
       (--) S3: card type: 386/486 localbus
       (--) S3: chipset:   864 rev. 0
       (--) S3: chipset driver: mmio_928




  Der Server, in diesem Fall der XF86_S3, kennt demnach zwei gltige
  Chipsatznamen: mmio_928 und s3_generic, wobei er speziell fr die ver
  wendete Grafikkarte den mmio_928-Chipsatz ermittelt hat.

  Der so gefundene Name des Chipsatzes wird anschlieend in die Zeile
  Chipset des Device-Abschnitts der XF86Config-Datei eingetragen. Zum
  Beispiel:


       Section "Device"
           # Den Identifier haben wir bereits ...
           Identifier "#9 GXE 64"
           # Fgen Sie diese Zeile hinzu:
           Chipset "mmio_928"
       EndSection

  Als nchstes sind die von der Grafikkarte benutzten Bildpunkt-
  Taktfrequenzen zu bestimmen. Die Bildpunkt-Taktfrequenz (dot-clock)
  gibt die Anzahl der Bildpunkte an, die die Grafikkarte je Zeiteinheit
  zum Monitor senden kann. Wie bereits an oberer Stelle gezeigt, besitzt
  jede Bildschirmauflsung ihre eigene Bildpunkt-Taktfrequenz. Die von
  der Grafikkarte untersttzen Werte gilt es nun im folgenden zu
  bestimmen.

  Zuerst sollte man aber in den bereits erwhnten Dateien modeDB.txt
  usw. berprfen, ob dort die bentigten Bildpunkt-Taktfrequenzen fr
  die zu benutzende Grafikkarte aufgelistet sind. Sie werden gewhnlich
  in einer Liste mit 8 oder 16 Werten angegeben. Die Einheit ist MHz.
  Die Datei modeDB.txt gibt z.B. fr die Grafikkarte Cardinal ET4000
  folgende Zeilen aus:


       # Chip    RAM   virtual   clocks                           default-mode  flags
         ET4000  1024  1024 768  25  28  38  36  40  45  32   0   "1024x768"




  Wie das Beispiel zeigt, sind die Bildpunkt-Taktfrequenzen fr diese
  Karte: 25, 28, 38, 36, 40, 45, 32 und 0 MHz.

  In dem Device-Abschnitt der XF86Config-Datei wird demnach eine Zeile
  Clocks hinzugefgt, die die Liste der Bildpunkt-Taktfrequenzen
  enthlt. Bezogen auf das Beispiel wird die Zeile


       Clocks 25 28 38 36 40 45 32 0




  nach der Chipset-Zeile in die Device-Sektion eingetragen. Man beachte,
  da die Reihenfolge der Werte sehr wichtig ist. Die Liste darf weder
  neu sortiert noch drfen mehrfach auftretende Werte entfernt werden.

  Sind die Bildpunkt-Taktfrequenzen einer speziellen Grafikkarte nicht
  bekannt, so kann auch hier der X-Server wieder benutzt werden, diese
  Werte selber zu ermitteln. Mit dem weiter oben beschriebenen Kommando
  X -probeonly erhlt die Ausgabe unter anderem eine Zeile mit den
  gewnschten Werten. Fr die Grafikkarte #9 GXE 64 sieht sie z.B. wie
  folgt aus:



       (--) S3: clocks:  25.18  28.32  38.02  36.15  40.33  45.32  32.00  00.00




  Smtliche ausgegebenen Werte werden der Clocks-Zeile hinzugefgt.
  Passen nicht alle Werte in eine Zeile, da oftmals mehr als 8 Werte
  angezeigt werden, knnen sie auf mehrere Clocks-Zeilen in der
  XF86Config-Datei verteilt werden. An dieser Stelle noch einmal der
  Hinweis, da die Liste mit den Werten in der ausgegebenen Reihenfolge
  beibehalten werden mu!

  Bei der Ermittlung der Bildpunkt-Taktfrequenzen mit Hilfe des
  Kommandos X -probeonly darf es keine Clocks-Zeile in der Device-
  Sektion von XF86Config geben. Notfalls kann sie auskommentiert werden.
  Beim Vorhandensein dieser Zeile wird der Server die Werte nicht selber
  ermitteln, sondern die bereits in der XF86Config-Datei aufgefhrten
  Werte benutzen.
  Man beachte, da einige beschleunigte Grafikkarten einen
  programmierbaren Clockchip benutzen. Fr weitere Details kann die
  XF86_Accel-Manual-Seite herangezogen werden. Dies gilt besonders fr
  S3-, AGX- und XGA-2-Karten. Dieser Chip kann jeweils die Bildpunkt-
  Taktfrequenz erzeugen, die der X-Server fr einen bestimmten Mode
  braucht. Man ist also nicht mehr auf diskrete, vorgegebene Bildpunkt-
  Taktfrequenzen beschrnkt. In diesem Fall findet man in keiner der
  oben genannten Dateien eine Liste von Werten fr die zu benutzende
  Karte oder sie enthalten nach der Anwendung von X -probeonly hchstens
  1 oder 2 feste Werte, ansonsten nur Duplikate oder Nullwerte.


  Bei der Benutzung von Grafikkarten mit einem programmierbaren
  Clockchip wird in der XF86Config-Datei anstelle einer Clocks- eine
  ClockChip-Zeile verwendet. ClockChip enthlt den Namen des von der
  Karte benutzten Clockchips. Die Manual Pages der verschiedenen Server
  enthalten smtliche Namen. Die README.S3-Datei gibt z.B. fr
  verschiedene S3-864-Grafikkarten den ICD2061A-Clockchip an.  Dieser
  Name wird dann anstelle von Clocks in die Zeile


       ClockChip "icd2061a"




  der XF86Config-Datei eingetragen. In dem Device-Abschnitt steht diese
  Zeile, wie auch schon Clocks hinter der Chipset-Zeile. Einige beschle
  unigte Grafikkarten erforden zustzlich die Spezifizierung des verwen
  deten RAMDAC-Chips, dessen Name in die Ramdac-Zeile der XF86Config-
  Datei einzutragen ist. Die Manual-Seite von XF86_Accel beschreibt
  diese Option. Gewhnlich wird die RAMDAC vom X-Server korrekt ermit
  telt.

  Einige Typen von Grafikkarten erfordern zustzliche Angaben
  verschiedener Optionen in der Device-Sektion von XF86Config. Diese
  Optionen werden ausfhrlich auf den Manual-Seiten der entsprechenden
  Server sowie in den verschiedenen Dateien, wie z.B. README.cirrus oder
  README.S3, beschrieben. Sie knnen mit Hilfe der Option-Zeile gesetzt
  werden. Die #9 GXE 64- Grafikkarte erfordert z.B. zwei Optionen:


       Option "number_nine"
       Option "dac_8_bit"




  Normalerweise kann der X-Server auch ohne diese Optionen betrieben
  werden. Jedoch sind sie zum Erzielen der grtmglichen Leistung
  notwendig. Es existiert noch eine Vielzahl solcher Optionen, die hier
  aber nicht weiter aufgefhrt werden. Jede dieser Optionen hngt von
  einer bestimmten Grafikkarte ab. Sowohl die Manual-Seiten ber die X-
  Server als auch die verschiedenen Dateien in /usr/X11R6/lib/X11/doc
  beschreiben diese Optionen ausfhrlich, falls eine von ihnen benutzt
  werden mu.

  Nachdem alle Eintrge in die Device-Sektion vollzogen sind, sieht sie
  fr die #9 GXE 64-Grafikkarte folgendermaen aus:







  Section "Device"
      # Device-Sektion speziell fr die #9 GXE 64!
      Identifier "#9 GXE 64"
      Chipset "mmio_928"
      ClockChip "icd2061a"
      Option "number_nine"
      Option "dac_8_bit"
  EndSection




  Die meisten Grafikkarten werden anstelle der ClockChip-Zeile eine
  Clocks-Zeile erfordern. Man beachte, da der oben angegebene Device-
  Abschnitt nur fr die spezielle Grafikkarte #9 GXE 64 gltig ist. Er
  ist hier nur als Beispiel aufgefhrt.



  7.  Starten von XFree86

  Nach Fertigstellung der Konfigurationsdatei XF86Config kann nun der X-
  Server gestartet werden.  Zuerst sollte sichergestellt sein, da
  /usr/X11R6/bin im Pfad eingetragen ist.

  Das Kommando zum Starten von XFree86 lautet:


       startx




  Der Befehl startx startet sowohl den X-Server als auch die Kommandos
  der sich im Home-Verzeichnis befindenden Datei .xinitrc. .xinitrc ist
  einfach ein Shell-Skript, das die zu startenden X-Clients enthlt.
  Falls diese Datei im Home-Verzeichnis nicht existiert, benutzt das
  System die Standarddatei in /usr/X11R6/lib/X11/xinit/xinitrc.

  Eine Standard-.xinitrc-Datei sieht z.B. wie folgt aus:


       #!/bin/sh

       xterm -fn 7x13bold -geometry 80x32+10+50 &
       xterm -fn 9x15bold -geometry 80x34+30-10 &
       oclock -geometry 70x70-7+7 &
       xsetroot -solid midnightblue &

       exec twm




  Dieses Skript startet zwei xterm-Clients, eine oclock-Uhr und setzt
  die Hintergrundfarbe des Root-Fensters auf midnightblue. Anschlieend
  wird der Fenstermanager twm aufgerufen. Man beachte, da twm mit der
  Shell-Anweisung exec ausgefhrt wird. Dieses fhrt dazu, da der
  xinit-Proze durch twm ersetzt wird. Nach Beendigung des twm-Prozesses
  fhrt auch der X-Server herunter. Mit Hilfe des Hauptmens kann ver
  anlat werden, den twm zu beenden. Dazu fhrt man den Mauszeiger auf
  den Desktop-Hintergrund, drckt die Maustaste 1 und whlt anschlieend
  mit der Maus aus dem eingeblendeten Pop-Up-Men den Befehl: Exit Twm.

  Es sollte sichergestellt sein, da das letzte Kommando in der
  .xinitrc-Datei mit der exec-Anweisung gestartet und da es nicht durch
  das Hinzufgen eines kaufmnnischen UND (&) am Ende der Zeile als
  Hintergrundproze aufgerufen wird, da ansonsten der X-Server beendet
  wird, sobald alle Clients aus der .xinitrc-Datei gestartet wurden.

  Alternativ kann der X-Server durch die Tastenkombination Strg-Alt-
  Rcktaste beendet werden. Dies beendet den X-Server direkt und somit
  auch den Fenstermanager.

  Die oben angegebene .xinitrc-Datei stellt eine sehr einfache Desktop-
  Konfiguration dar. Viele mchtige Programme und Konfigurationen sind
  mit einem geringen Arbeitsaufwand an der .xinitrc-Datei mglich. Der
  fvwm2-Fenstermanager stellt z.B. einen virtuellen Desktop bereit,
  dessen Farben, Schriftarten, Fenstergren und -positionen usw. vom
  Anwender nach Herzenslust eingestellt bzw. definiert werden knnen.
  Erscheint das X-Window-System anfnglich als eher schlicht und
  einfach, so erweist es sich nach benutzerdefinierter Konfiguration
  doch als sehr mchtig.

  Dem Einsteiger in das X-Window-System sei das Buch The X Window
  System: A User's Guide empfohlen, da die Benutzung und Konfiguration
  von X zu umfangreich ist, um hier ausfhrlich behandelt zu werden. Fr
  einen ersten Anhaltspunkt knnen die Manual-Seiten zu xterm, oclock
  und fvwm2 herangezogen werden.



  8.  Problemlsungen

  Oftmals stellen sich beim erstmaligen Starten des X-Servers Fehler
  ein. Diese werden fast immer durch falsche Einstellungen in der
  XF86Config-Datei verursacht.  Gewhnlich sind entweder die Monitor-
  oder die Bildpunkt-Taktfrequenzen nicht korrekt gesetzt. Ein sicheres
  Anzeichen fr falsch gewhlte Werte stellt z.B. eine durchlaufende
  Bildschirmanzeige bzw. verschwommene Bildkanten dar. Auerdem sollte
  die korrekte Spezifizierung des Chipsatzes der Grafikkarte, sowie der
  anderen Optionen im Device-Abschnitt der XF86Config-Datei
  sichergestellt sein. Auch mu der richtige X-Server verwendet werden
  und /usr/X11R6/bin/X mu mit Hilfe eines symbolischen Links auf diesen
  Server verweisen.

  Schlagen alle Versuche fehl, den X-Server zu starten, so kann er mit
  Hilfe des Kommandos


       X > /tmp/x.out 2>&1




  direkt aufgerufen werden und smtliche Warnungen und Fehler des
  Servers werden in die Datei /tmp/x.out umgeleitet. Anschlieend, nach
  Beendigung des Servers mit der Tastenkombination Strg-Alt-Rcktaste,
  kann der Inhalt der Datei x.out untersucht werden.

  Die in der XFree86-Distribution enthaltene Datei VideoModes.doc stellt
  zahlreiche Hinweise bei der Ermittlung der richtigen Werte fr die
  XF86Config-Datei bereit.

  Mit Hilfe der Tastenkombinationen Strg-Alt-numerisch + und Strg-Alt-
  numerisch - kann zwischen den in der Modes-Zeile der Screen-Sektion
  von XF86Config aufgefhrten Grafikmodi umgeschaltet werden. Falls die
  hchstmgliche Auflsung fehlerhaft ist, besteht somit die
  Mglichkeit, auf eine niedrigere Auflsung umzuschalten. Dadurch
  erhlt man einen guten berblick, welche Abschnitte der X-
  Konfiguration korrekt arbeiten.

  Zustzlich knnen die Einstellregler des Monitors fr die horizontale
  und vertikale Bildlage bzw. fr die vertikale Hhen- und die
  horizontale Breiteneinstellung berprft werden. In vielen Fllen ist
  nur eine Korrektur mit Hilfe der Einstellregler notwendig, nachdem X
  gestartet worden ist. Scheint das Bild z.B. nach einer Seite hin
  verschoben, so kann dies durch eine Justierung der Kontrollregler
  korrigiert werden.


  Es existieren verschiedene Newsgruppen zum Thema XFree86, wie z.B.:


    comp.windows.x.i386unix

    de.comp.os.unix.linux.x

  Sie sind eine gute Adresse, wo man eventuell Hinweise bezglich der zu
  benutzenden Videokonfiguration erhalten kann, falls man dort jemandem
  in die Arme luft, der das gleiche Problem hat bzw. es schon gelst
  hat.



  9.  Copyright

  Dieses Dokument ist urheberrechtlich geschtzt. Das Copyright fr das
  deutsche Linux XFree86 HOWTO, Version 2.71828, liegt bei Dirk Knabe.

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  werden. Insbesondere bedeutet dies, da der Text sowohl ber
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  Der Autor bernimmt keinerlei Haftung fr den Inhalt des Dokuments.
  Die Verwendung der im Text beschriebenen Konzepte, Beispiele usw.
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